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Fragestellung und Schwerpunkte des Projekts

Eine der gängigen Argumentationen, die wir in der Politik, den Medien, aber auch aus den Reihen der Wissenschaft hören, ist: Unqualifizierte haben die höchste Arbeitslosenquote und dies sei vor allem dadurch verursacht, dass es (1) immer weniger Arbeitsplätze für Ungelernte gibt und geben wird und dass sie (2) in der Konkurrenz um die knappen Arbeitsplätze aufgrund ihrer geringeren Qualifikation vom Arbeitsmarkt verdrängt werden. Die Ursache scheint klar zu sein: nämlich fehlende Qualifikation. Insofern liegt es nahe, in der "beruflichen Qualifizierung" die zu favorisierende Problemlösung zu sehen.

Diese Argumentation weist zwei wesentliche Mängel auf. Erstens thematisiert sie nur, was mit den Jugendlichen ohne Ausbildung geschehen sollte, wenn sie nun einmal da sind. Zweitens reduziert sie das Problem auf nur eine Dimension, nämlich die Qualifikation. Unberücksichtigt bleibt hingegen: (1) warum es überhaupt noch Jugendliche ohne Ausbildung gibt, und (2) dass die Selektion nach formaler Qualifikation kein Naturgesetz, sondern erst Folge sozialen Handelns ist. Diese beiden Fragestellungen bilden die Schwerpunkte des Projektes:
(1) Warum gibt es und wer sind "Jugendliche ohne Ausbildung"?
(2) Langfristige Konsequenzen von Ausbildungslosigkeit im jungen Erwachsenenalter

Über die Grenzen der Gruppe der "Jugendlichen ohne Ausbildung" hinaus, sollen die Ergebnisse des Projekts zur weiteren Spezifizierung der Bedeutung von Bildung in unserer Gesellschaft und auf dem Arbeitsmarkt und zur Untersuchung des Zusammenhangs von Arbeitsmarkt und anderen Lebensbereichen beitragen.