MPFG Biosozial | Biologie, Soziale Unterschiede und Entwicklung

9. Juli 2026

Die menschliche Entwicklung vollzieht sich im Zusammenspiel zwischen biologischen Faktoren, wie beispielsweise der Genetik, und sozialen Umfeldern. Die Max-Planck-Forschungsgruppe „Biosocial“ untersucht, wie genetische Einflüsse und soziale Ungleichheit zusammenwirken und Lebensverläufe prägen, was sich wiederum auf die sozioökonomische Situation im Erwachsenenalter und die altersbedingte Gesundheit auswirkt.

Familien geben ihren sozialen Status, ihr Bildungsniveau und ihre gesundheitlichen Vorteile an ihre Kinder weiter, was zu Ungleichheiten bei wichtigen Lebensergebnissen führt, die über Generationen hinweg fortbestehen. Diese Ungleichheiten stehen im Mittelpunkt politischer Bemühungen auf vielen Ebenen und in vielen Bereichen der Regierung, doch unsere Bemühungen zur Verringerung der Ungleichheit werden dadurch behindert, dass nur wenig über die Mechanismen der generationenübergreifenden Weitergabe bekannt ist. Mittlerweile ist allgemein bekannt, dass sowohl Veranlagung als auch Umwelt bei der generationenübergreifenden Weitergabe eine Rolle spielen, doch das Verständnis spezifischer Mechanismen und die Bekämpfung des Missbrauchs genetischer Erkenntnisse erfordern neue Daten, Messmethoden, Studiendesigns und Konzepte.

Die Max-Planck-Forschungsgruppe „Biosocial“ untersucht, wie genetische Einflüsse und soziale Ungleichheit zusammenwirken und so den Lebensverlauf prägen, was nachhaltige Auswirkungen auf den sozioökonomischen Status im Erwachsenenalter und die altersbedingte Gesundheit hat.

Unsere Arbeit konzentriert sich auf drei Forschungsschwerpunkte:

(1) das Zusammenspiel von Genen und Umwelt im Verhalten im Kontext sozialer und historischer Veränderungen;

(2) die Verwendung epigenetischer Indikatoren, um Zusammenhänge zwischen Umwelteinflüssen und Entwicklung in der Kindheit und altersbedingten Gesundheitszuständen im Erwachsenenalter herzustellen; und

(3) die sozialen und ethischen Dimensionen der soziogenomischen Forschung und ihre potenziellen Anwendungsmöglichkeiten.

Wir nutzen aktuelle Innovationen im Bereich der Genomforschung, darunter polygenetische und epigenetische Methoden, in Längsschnitt-Populationskohorten und randomisierten Studien, um aufzuklären, wie sich soziale Ungleichheit über Generationen hinweg weitergibt. Aus einer biosozialen Perspektive untersuchen wir die dynamischen Rückkopplungsschleifen, durch die Gene „aus der Haut treten“ und Umweltfaktoren „unter die Haut gehen“. Unser Ziel ist es, veränderbare Umweltfaktoren zu identifizieren, die gerechtere Ergebnisse fördern und die Auswirkungen sozialer Ungleichheit auf das Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen verringern.

Unsere Forschung begann im August 2022 und wird finanziell von der Max-Planck-Gesellschaft, den National Institutes of Health, dem EU-Programm „Horizon Europe“ und der Jacobs Foundation unterstützt.

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