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Max-Planck-Forschungsgruppe "Gefühlte Gemeinschaften? Emotionen im Musikleben Europas"

Teamfoto | MPFG "Gefuehlte Gemeinschaften? Emotionen im Musikleben Europas"
© MPI fuer Bildungsforschung

hinten v.l.n.r.: Iris Törmer, Tim Biermann, Lena van der Hoven, Marie Louise Herzfeld-Schild, Henning Wellmann, Sarah Zalfen, Laura Weber

vorne v.l.n.r.: Sven Oliver Müller, Luis-Manuel Garcia, Anabelle Spallek

Erzeugt Musik “gefühlte Gemeinschaften -  und wenn ja, wie? Wir analysieren die historische Entwicklung von Gefühlen im Musikleben Europas im 19. und 20. Jahrhundert. Wir untersuchen, welche Bedeutung Musik für die Herausbildung und den Zusammenhalt von sozialen und kulturellen Gruppierungen in verschiedenen historischen Situationen  hatte. Dabei verfolgen wir einen Perspektivenwechsel, weg von der Analyse einzelner musikalischer Werke hin zu einer Untersuchung  von Diskursen und sozialen Praktiken der Akteure im Musikleben.

Unsere Forschungsprojekte ergänzen und erweitern die Befunde psychologischer und neurobiologischer Untersuchungen, denen zufolge einzelne Klänge, Akkorde und Melodien nachweisbare vegetative, kognitive und emotionale Reaktionen hervorrufen können. Unserer historischen  und rezeptionsästhetischen Perspektive liegt ein komplexes Musikverständnis zugrunde, nach dem zur Musik und insbesondere zu ihrer emotionalen Wirkung auch ihr spezifischer Kontext gehört. Dieser Kontext setzt sich zusammen aus Aufführungsräumen und Artefakten vom Konzertsaal bis zum MP3-Player, aus Körperlichkeit, Bewegungen und Performance vom virtuosen Musiker bis zur abtanzenden Konzertbesucherin, aus erlernten musikalischen und außermusikalischen Erfahrungen und Geschmacksmustern und vor allem aus dem gemeinsamen Hören. Unter „Laborbedingungen“ sind diese komplexen Texturen, aus denen Musik eben auch besteht, nicht herzustellen, sie müssen aus vielfältigen Quellen – darunter Ton- und Bilddokumente, Musikkritiken und Fanzeitungen, Tagebücher und Briefe, Devotionalien und Merchandising-Produkte – rekonstruiert und interpretiert werden.

Aus unserer Perspektive ist das Verhältnis von Musik und Gefühl keine Universalie, sondern von historischen und soziokulturellen Faktoren abhängig. Unsere Untersuchungen zeigen, dass sich die emotionale Prägung von Musikproduktion und -rezeption im Laufe der Geschichte ebenso sehr verändert hat wie die Musik selbst und die Art und Weise, sie aufzuführen. Der Kontext verändert die Bedeutung von Musik und mit ihr die Gefühle der Identifikation oder Ablehnung, welche die Musik vermeintlich selbst hervorbringt oder auslöst.

Forschungsbericht 2013

Kontakt

Leiter Forschungsgruppe
omueller [at] mpib-berlin [dot] mpg [dot] de

 

Oktober 2017

 
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Aktuelles

Workshop 'Emotionsgeschichte und Musik. Forschungsperspektiven und Methoden'

18./19. September 2015, MPIB Berlin

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