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COACTIV-R: Eine Studie zum Erwerb professioneller Kompetenz von Lehramtsanwärtern während des Vorbereitungsdienstes

Die Lehrerbildung in Deutschland gliedert sich in drei Phasen: die universitäre Phase, den zweijährigen Vorbereitungsdienst und die Fort- und Weiterbildung im Beruf. Während in der universitären Phase der Schwerpunkt der Ausbildung auf dem Studium der Fachwissenschaften liegt, tritt während des Referendariats die praktische Tätigkeit des Unterrichtens in den Vordergrund.

Im Zuge der durch den Bologna-Prozess bedingten Diskussion über die Veränderung und Umstrukturierung von Studiengängen, befindet sich vor allem auch die Lehrerbildung auf dem Prüfstand: Welche Kompetenzen sollten in welcher Phase der Ausbildung erworben werden und wie müssen Lerngelegenheiten gestaltet und Erfahrungsmöglichkeiten beschaffen sein, die zur Entwicklung professioneller Handlungskompetenz von Lehrkräften beitragen. Der empirische Wissenstand zum Erwerb professioneller Handlungskompetenz im Lehrerberuf ist derzeit noch als schwach zu bewerten.

Befunde aus COACTIV heben die besondere Rolle strukturierter Lerngelegenheiten für den Erwerb des Professionswissens hervor. Die Resultate legen den Schluss nahe, dass bereits die erste Phase der Lehrerbildung besondere Bedeutung für den fachspezifischen Kompetenzerwerb hat. Es ist anzunehmen, dass die zweite Phase der Lehrerbildung eine Schlüsselfunktion im Erwerb pädagogischer Kompetenzen und bei der Entwicklung professionsbedingter Wertpräferenzen hat.

Die Studie COACTIV-R setzt an diesen Punkten an, im Rahmen einer Längsschnittuntersuchung wird die Kompetenzentwicklung vom Abschluss der ersten (universitären) Phase bis zum Abschluss der zweiten Phase (Vorbereitungsdienst bzw. Referendariat) verfolgt.
Folgende Aspekte der Handlungskompetenz werden dabei berücksichtigt:

  • Wissen: Fachwissen, fachdidaktisches Wissen, generelles pädagogisches Wissen, diagnostisches Wissen und diagnostische Fähigkeiten.
  • Persönlichkeitsfaktoren: Berufsethos, subjektive Theorien über Lehren und Lernen, Selbstwirksamkeitsüberzeugungen, intrinsische Motivation, Zielorientierungen, Kooperationsbereitschaft, Verarbeitung von Berufsbelastungen, Regulation psychischer Ressourcen.
  • Situationsabhängiges Motivations- und Emotionserleben: Erleben von Berufszufriedenheit und Erfüllung, Belastung, Stress und Angst.

 

Primäre Zielgruppe der Untersuchung sind Mathematik-Lehramtsanwärterinnen und -anwärter für die Sekundarstufe I.
Drei Hauptfragestellungen stehen im Zentrum der Studie:

  • Welche Qualifikationen und Kompetenzen besitzen Lehramtsanwärterinnen und -anwärter, wenn sie ihren Vorbereitungsdienst beginnen?
  • Wie entwickeln sich Fähigkeiten, Wissen, Überzeugungen sowie emotionale und motivationale Kompetenzkomponenten in der zweiten Phase?
  • Welche Bedeutung haben individuelle und institutionelle Faktoren für eine positive oder negative Kompetenzentwicklung? Inwieweit sind Entwicklungsverläufe Folgen eines selektiven Zugangs zum Lehrerberuf? Welche Relevanz haben unterschiedliche Lerngelegenheiten im Vorbereitungsdienst für den Kompetenzerwerb?

COACTIV-R-Team

Jürgen Baumert
Thamar Dubberke
Erin Furtak
Yvonne Grabbe
Axinja Hachfeld
Uta Klusmann
Mareike Kunter
Dirk Richter
Yi-Miau Tsai
Jürgen Elsner

 

Stimmt? Oder stimmt nicht?

Teaserfoto Lehrertest

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