Monografien und Herausgaben 2013 - 2014


Ute Frevert/ Pascal Eitler/ Stephanie Olsen/ Uffa Jensen/ Margrit Pernau/ Daniel Brückenhaus/ Magdalena Beljan/ Benno Gammerl/ Anja Laukötter/ Bettina Hitzer/ Jan Plamper/ Juliane Brauer/ Joachim C. Häberlen,<em> Learning How to Feel: Children's Literature and Emotional Socialization, 1870-1970</em>. Oxford: Oxford University Press, 2014.
Kinder und Jugendliche müssen nicht nur lernen, wie sie ihren Gefühlen Ausdruck verleihen können, sie müssen auch lernen, wie und was man fühlen kann. Der Band Learning How to Feel geht davon aus, dass sich die angeborene Fähigkeit zu fühlen in einer komplexen Interaktion mit der sozialen und kulturellen Umgebung ausformt. Der Grundstein dieser Entwicklung wird in der Kindheit und Jugend gelegt und in besonderem Maße durch Lektüre. Durch die Analyse von Kinderbüchern und Ratgeberliteratur aus rund hundert Jahren fördern die Autorinnen und Autoren Trainingspraktiken und Lernprozesse für eine Reihe sehr verschiedener Emotionen zu Tage. Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts verschob sich der Fokus in diesen Bücher. Stand ursprünglich das emotionale Miteinander im Verhältnis von Erwachsenen und Kindern im Vordergrund, wurde zunehmend das wechselseitige Einwirken von Kindern untereinander thematisiert, die Bedeutung von Geschlechterkategorien verblasste dabei. Immer stärker sollten Kindern zudem lernen, selbst Verantwortung für ihre eigene emotionale Entwicklung zu übernehmen, ihr eigenes "authentisches" Selbst zu finden.

(Chinesische Übersetzung: Owl Publishing House, 2018)
Pascal Eitler/ Bettina Hitzer/Monique Scheer (guest eds), "Feeling and Faith - Religious Emotions in German History." Special Issue of <em>German History. The Journal of the German History Society</em>, 32.3 (2014).

Pascal Eitler/ Bettina Hitzer/Monique Scheer (guest eds), "Feeling and Faith - Religious Emotions in German History." Special Issue of German History. The Journal of the German History Society, 32.3 (2014).

Ute Frevert/ Monique Scheer/ Anne Schmidt/ Pascal Eitler/ Bettina Hitzer/ Nina Verheyen/ Benno Gammerl/ Christian Bailey/ Margrit Pernau,<em> Emotional Lexicons. Continuity and Change in the Vocabulary of Feeling 1700-2000.</em> (Series Emotions in History). Oxford: Oyford University Press, 2014.
Gefühle sind so alt wie die Menschheit. Aber was wissen wir über sie und welche Bedeutung messen wir ihnen bei?
In diesem Band werden wissenschaftliche und gesellschaftliche Debatten analysiert, die Europäer seit dem ausgehenden 17. Jahrhundert über Affekte, Leidenschaften, Empfindungen und Emotionen führten. Dabei ging (und geht) es um grundlegende Fragen der conditio humana: Sind Gefühle geistiger oder körperlicher Natur? Lassen sich Gefühle "lesen"? Haben Tiere Gefühle? Sind Männer gefühlsärmer als Frauen? Gibt es kindische und erwachsene Emotionen? Kann man Gefühle "zivilisieren"? Machen sie krank? Können Kollektive fühlen? Trennen oder verbinden Gefühle? Die historisch wechselnden Antworten auf diese Fragen zeigen: Das Wissen über Emotionen war und ist eng verknüpft mit den sozialen, kulturellen und politischen Strukturen moderner Gesellschaften.
Uffa Jensen/ Stefanie Schüler-Springorum (Hrsg.), <em>Gefühle gegen Juden</em>, Geschichte und Gesellschaft 39.4 (2013).

Uffa Jensen/ Stefanie Schüler-Springorum (Hrsg.), Gefühle gegen Juden, Geschichte und Gesellschaft 39.4 (2013).

Ute Frevert, <em>Vergängliche Gefühle</em>. Göttingen: Wallstein Verlag, 2013.
Gefühle sind nicht nur per se vergänglich, sie sind es auch in der historischen Zeit. Es gibt Gefühle – zum Beispiel Ehre –, die uns fremd geworden sind, die aber unseren Groß- und Urgroßeltern noch vertraut waren. Umgekehrt finden heute Empfindungen großen Anklang – wie Empathie und Mitleid –, um die sich vormoderne Gesellschaften kaum scherten. Ute Frevert geht in ihrem Essay der Frage nach, wie sich solche emotionalen Konjunkturen erklären lassen, und zeigt damit, wie sich Emotionen in der und durch die Geschichte wandeln.
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