Kooperative künstliche Intelligenz
Welche Mechanismen ermöglichen eine erfolgreiche Kooperation zwischen Mensch und Maschine sowie eine durch Maschinen vermittelte Kooperation zwischen Menschen?
Nullsummen-Interaktionen wie Brett- und Computerspiele haben in der Forschung zur künstlichen Intelligenz (KI) großes Interesse auf sich gezogen, nachdem KI die menschliche Leistung darin übertroffen hat. Ein großer Teil des menschlichen Soziallebens besteht jedoch aus Nicht-Nullsummen-Interaktionen, die Kooperation und Koordination beinhalten. Im Laufe seiner Evolutionsgeschichte hing der Erfolg der menschlichen Spezies maßgeblich von ihrer einzigartigen Fähigkeit zur Kooperation ab. Der Einsatz von KI-Agenten als Kooperationspartner im sozialen Leben birgt immenses Potenzial, stellt uns aber auch vor die Herausforderung, KI-Systeme mit Fähigkeiten auszustatten, die eine Kooperation mit Menschen ermöglichen. Solche optimistischen Vorstellungen reichen zurück bis zu frühen Denkern wie Norbert Wiener, der sich eine Symbiose von Mensch und Maschine vorstellte.
Dieses Forschungsthema befasst sich daher mit kooperativen Mensch-Maschine-Interaktionen, kurz: mit kooperativer KI.
Die Entwicklung und Messung zentraler Konzepte kooperativer KI stützt sich auf die Erforschung maschinellen Verhaltens. So zeigen aktuelle Verhaltensstudien, dass dynamische Algorithmen des bestärkenden Lernens (Reinforcement Learning) in verschiedenen ökonomischen Spielen eine Kooperation mit Menschen aufbauen und aufrechterhalten können. In unterschiedlichen Disziplinen wie der Verhaltensökonomie, der Mensch-Computer-Interaktion und der Psychologie wächst das Interesse an Situationen, in denen Menschen und Maschinen kooperieren können.




