EnglishDeutsch

Das Gesetz der Eifersucht: Sex, Gewalt und Recht in Süditalien, 1650-1800

In den Augen süditalienischer Rechtsgelehrter des 18. Jahrhunderts war Eifersucht zu einem immer gravierenderen sozialen Problem geworden. Eifersucht war der häufigste Grund bei Morddelikten im Königreich von Neapel und ein Hauptgrund von sozialen Spannungen. Aber wie passen die tatsächlichen Eifersuchtserfahrungen mit dem damaligen Rechtsdenken und den gesellschaftlichen Normen zusammen und was bedeutete es, ein Verbrechen vor Gericht oder der Öffentlichkeit mit Eifersucht zu erklären? Wenn ein Mord mit sexueller Eifersucht erklärt wurde, wie wurden die Gefühle des Täters oder die Gefühle der Angehörigen des Opfers beschrieben?
Dieses Projekt geht solchen Fragen nach und erforscht, wie die Rechtsordnung und die Institutionen des Königreichs solche dramatischen aber auch alltäglichen Erfahrungen des Umwerbens, der Ehe und des sexuellen Wettbewerbs hervorbrachten.
Es werden zwei Hauptzugänge genutzt, um die rechtliche und emotionale Geschichte der "Eifersucht" im Italien des späten 17. und des 18. Jahrhunderts zu untersuchen. Der erste nutzt Gerichtsakten, um herauszufinden, wie die Beteiligten an Verbrechen aus Eifersucht das Rechtssystem erlebten, wie sie es nutzten und davon beeinflusst wurden. Der zweite Ansatz untersucht, wie das Rechtsdenken hinsichtlich Emotionen in dieser Art von Verbrechen durch intellektuelle Traditionen geformt wurde. Mit Blick auf die Emotionen berührt dieses Projekt die Geschichte von Verwandtschaft, Rechtsgeschichte und die Geschichte lokaler Macht- und Staatsbildung.

Kontakt