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Emotionen und Recht

Seit Beginn der Neuzeit hat das Recht ständig an Bedeutung gewonnen: Es formt und reguliert sämtliche soziale Praktiken. Seinerseits durch soziale, politische, ökonomische und kulturelle Faktoren geprägt, gewährt das Recht damit einen besonderen Blick auf Gesellschaften, deren Konflikte und Selbstverständnisse. Der Emotionsgeschichte eröffnet das Recht – also Rechtsdenken, Gesetzgebung und Rechtspraxis – eine vielversprechende Perspektive auf die Frage, wie Emotionen historisch begriffen wurden und wie diese Konzepte und Diskurse rechtsförmige Handlungen beeinflusst haben.

Wie wurden Emotionen wahrgenommen von Menschen, die mit Rechtsgebung oder Gesetzespflege beauftragt waren? Standen sie im Einklang mit oder in Opposition zu allgemeinen gesellschaftlichen Positionen und Ansichten? Wie ‚arbeiteten‘ Emotionen insbesondere im Strafrecht, und wie beeinflussten sie es – als Mittel der Entschuldigung, der Anklage, als moralische Instanz? Welche – strategische, taktische, "wirkliche" – Rolle spielten Leidenschaften vor Gericht?

Richterhammer
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