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Emotions in History (2011)

Emotions in History - Lost and Found Cover

Frevert, Ute:

Emotions in History - Lost and Found

Budapest: CEU Press 2011.
ISBN: 978-615-5053-34-4
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Leere Ovale: gesichtslos, ohne Gefühlsregung. Kasimir Malewitsch malte diese drei menschlichen Figuren als Konstruktivist avant la lettre und lädt uns ein, auch Gefühle konstruktivistisch zu betrachten. Emotionen, das zeigt dieses Buch, wandeln sich in der Geschichte und sind von ihr bedingt. Auch wenn Männer und Frauen schon immer Gefühle empfanden und zeigten, veränderten sich die Objekte, Ausdrucksformen und Wertigkeit menschlicher Gefühle. Durch politische Prozesse, soziale Umwälzungen und kulturelle Entscheidungen gingen einige Emotionen im Laufe der Geschichte verloren, andere gewannen dafür an Bedeutung. In den europäischen Gesellschaften haben sich die Praktiken von Ehre und Scham in der Moderne grundlegend geändert und immer mehr ihren Einfluss darauf verloren, wie Menschen sich selbst sehen und wie sie sich verhalten. Zur selben Zeit wurden Mitleid und Empathie zu zentralen Bestandteilen des modernen „emotionalen Selbst“. Während dieser Entwicklung haben sie eine Fülle von humanitären Bewegungen ausgelöst und neue Institutionen ins Leben gerufen, doch sie sind auch auf große Hindernisse gestoßen und mussten herbe Rückschläge erleben.

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