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Krebs fühlen. Die Emotionsgeschichte der Krebserkrankung im 20. Jahrhundert

Die Krebskrankheit hatte verheerende Auswirkungen auf das Leben vieler Menschen im 20. Jahrhundert. In den Augen vieler Menschen sind darum Gefühle nie weit, wenn es um Krebs geht. Doch inwieweit prägte im vergangenen Jahrhundert die wissenschaftliche, gesellschaftliche und individuelle Auseinandersetzung mit der Krebskrankheit Umgangsweisen mit und Vorstellungen von Angst, Hoffnung, Ekel und Trauer? Wie formte die Konfrontation mit der Krankheit Krebs Einstellungen zum Körper, zur Psyche, zur menschlichen Existenz, zum Leiden und zum Tod? Dieses Projekt spürt Verschiebungen in emotionalen Kulturen und Praktiken rund um die Krebskrankheit nach und analysiert deren Beziehung zu Forschungspraktiken, Gesundheitspolitiken, Arzt-Patienten-Verhältnissen sowie zum Einsatz therapeutischer Geräte und Techniken.

Asclepitron, Inselklinik Bern 1957
© Asclepitron, Inselklinik Bern 1957

Bildnachweis: Adolf Zuppinger, Liselotte Frank, Hansrudolf Renfer, Adam Schreiber und Conrad Tütsch, „Früherfahrungen mit dem 31-MeV-Betratron“, in Strahlentherapie, Vol. 102, 3 ( 1957): 407-418, 410

 

Indem es Emotionen ins Zentrum stellt, bringt das Forschungsprojekt verschiedene Aspekte einer Geschichte der Krebskrankheit zusammen, die üblicherweise getrennt betrachtet werden: die Wissenschaftsgeschichte der medizinischen Forschung, die Produktion und Zirkulation von Wissen in Laboratorien und Krankenstationen, die kulturelle und politische Geschichte von Früherkennungskampagnen sowie die Alltagsgeschichte der sozialen und individuellen Erfahrung des Lebens mit der Krebserkrankung. Auf diese Weise enthüllt das Projekt die verborgenen Verbindungen dieser unterschiedlichen Kapitel einer Geschichte der Krebskrankheit und arbeitet zugleich heraus, wie, wann und in welcher Gestalt Emotionen hier am Werk waren.

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In den Medien

Veröffentlichungen

  • Hitzer, B., Krebs fühlen. Die Emotionsgeschichte der Krebserkrankung im 20. Jahrhundert (unveröffentlichte Habilitationsschrift, eingereicht im April 2017, FU Berlin).
  • Hitzer, B. & León-Sanz, Pilar (2016), The Feeling Body and Its Diseases: How Cancer Went Psychosomatic in Twentieth-Century Germany. In Osiris 31, S. 67-93.
  • Hitzer, B. (2015), How to Detect Emotions? The Cancer Taboo and Its Challenge to a History of Emotions. In H. Flam/J. Kleres (Hg.), Methods of Exploring Emotions, London: Routledge, S. 259-267.
  • Hitzer, B. (2014), Angst, Panik?! Eine vergleichende Gefühlsgeschichte von Grippe und Krebs in der Bundesrepublik. In Malte Thießen (Hg.), Infiziertes Europa. Seuchen im langen 20. Jahrhundert (Beihefte der Historischen Zeitschrift 64), München: De Gruyter/Oldenbourg, S. 137-156.
  • Hitzer, B. (2014), Oncomotions. Experiences and Debates in West Germany and the United States after 1945. In F. Biess/D.M. Gross (Hg.), Science and Emotions after 1945: A Transatlantic Perspective, Chicago: Chicago University Press, S. 157-178.