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Training der linken Hand

Brain | Gehirndarstellung durch Haende
© privat

In den letzten Jahren konnte wiederholt gezeigt werden, dass sich die Gehirnstruktur auch im Erwachsenenalter durch Umwelteinflüsse verändern kann. So zeigte sich beispielsweise ein Wachstum bestimmter Gehirnregionen nach körperlichem Training, intensivem Lernen oder dem Erlernen einer neuen Fähigkeit, wie zum Beispiel Jonglieren.

Bisher ist allerdings eher wenig darüber bekannt, in welchem zeitlichen Rahmen solche strukturellen Veränderungen stattfinden und wie lange sie bestehen bleiben. In der Linkshandstudie möchten wir den zeitlichen Ablauf solcher Strukturveränderungen in Reaktion auf motorisches Lernen genauer untersuchen. Dazu haben Studienteilnehmer im Rahmen dieser Studie die feinmotorischen Fähigkeiten ihrer nichtdominanten Hand zwei Monate lang traininert, indem sie gelernt haben, mit links zu schreiben und zu zeichnen. Im Verlauf dieses Trainings haben wir zwei- bis dreimal pro Woche MR-Bilder aufgenommen, um uns nun im Zeitverlauf für jeden Probanden die strukturellen Veränderungen der weißen und grauen Substanz in denjenigen Arealen genauer anzusehen, die für motorisches Lernen von Bedeutung sind.

Im MRT-Labor

Linkshandstudie | Probandin im MOCK-MRT
© Norbert Michalke fuer Max-Planck-Gesellschaft

Eine Probandin bearbeitet im MRT eine Aufgabe zum Training der linken Hand

Verantwortliche Wissenschaftler

Elisabeth Wenger
Ulman Lindenberger

Julius Verrel (Assoziiert)

Simone Kühn, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Martin Lövdén, Karolinska Institutet
Johan Mårtensson, Lund University
 

Literatur

Wenger, E., Brozzoli, C., Lindenberger, U., & Lövdén, M. (2017). Expansion and renormalization of human brain structure during skill acquisition. Trends in Cognitive Sciences, 21, 930–939. https://doi.org/ 10.1016/j.tics.2017.09.008

Wenger, E., Kühn, S., Verrel, J., Mårtensson, J., Bodammer, N. C., Lindenberger, U., & Lövdén, M. (2017). Repeated structural imaging reveals non-linear progression of experience-dependent volume changes in human motor cortex. Cerebral Cortex, 27, 2911–2925. https://doi.org/10.1093/cercor/bhw141