Rhythmen von Gedächtnis und Kognition über die Lebensspanne (RHYME)

 

Das übergreifende Ziel dieses Projektes besteht darin zu verstehen, wie das dynamische Zusammenspiel von Reifung, persönlichen Erfahrungen und Seneszenz plastische Veränderungen auf neuronaler und Verhaltensebene über die Lebensspanne treibt und beeinflusst. Das Projekt (kurz RHYME nach dem englischen Namen "Lifespan Rhythms of Memory and Cognition") nutzt experimentelle Ansätze und längsschnittliche Studiendesigns in Kombination mit multimodalen Daten aus verschiedenen Verfahren zur Abbildung neuronaler Struktur und Funktion, um die Grundlagen der intra- und interindividuellen Unterschiede in kognitiven Fähigkeiten wie Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Lernen und Gedächtnis zu erkunden.

Zur Zeit stehen folgende Fragen im Mittelpunkt der Forschungsaktivitäten des Projektes:

  • Wie beeinflussen Veränderungen der Neuroanatomie und Neurochemie während der Reifung und Seneszenz die Mechanismen rhythmischer neuraler Aktivität, die Aufmerksamkeit, Lernen und (Arbeits-)Gedächtnis zu Grunde liegen?
  • Welche Mechanismen bilden die Grundlage der überraschend engen gemeinsamen Entwicklung von Schlafphysiologie und verbesserter Kognition während der Kindheit und ihrer Abnahme im Alternsverlauf?
  • Hängen qualitative Entwicklungsstufen in der Ausbildung des kindlichen Gedächtnisses von der Reifung von Strukturen im Hippocampus ab?
  • Ist es möglich, personalisierte Beschreibungen der zeitlichen Verläufe von Reifung und Seneszenz und intellektuellem Potential einzelner Personen herzuleiten?

Messmethoden

Häufig setzen wir Elektroenzephalografie (EEG) ein, bei der die Hirnströme mittels Elektroden vom Kopf abgeleitet werden. Außerdem kommt bei einigen Studien Magnetresonanztomografie (MRT) zum Einsatz, bei der die Struktur des Gehirns durch Magnetfelder sichtbar gemacht wird.

Online-Studie: Kennst Du das?
Unser Wissen über Gegenstände des Alltags, Tiere und Pflanzen entwickelt sich im Laufe des Lebens immer weiter – wann und wie, das wollen wir bei der Online-Studie "Kennst Du das?” herausfinden. Jugendliche, Erwachsene jeden Alters und Kinder ab circa 4 Jahren können mitmachen.

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H-NET Symposium in 2018
Dieses Symposium fand in Budapest statt. Die Teilnehmer*innen waren führende internationale Experten für den Hippocampus und das Gedächtnis über die Lebensspanne und über verschiedene Analyseebenen. Das Ziel des Symposiums war die Erweiterung des Verständnisses der Beiträge des Hippocampusnetzwerks zur Kognition über die Lebensspanne. mehr

Ausgewählte Publikationen

Muehlroth, B. E., & Werkle-Bergner, M. (2020). Understanding the interplay of sleep and aging: Methodological challenges. Psychophysiology, 57(3), Article e13523. https://doi.org/10.1111/psyp.13523
Dahl, M. J., Mather, M., Düzel, S., Bodammer, N. C., Lindenberger, U., Kühn, S., & Werkle-Bergner, M. (2019). Rostral locus coeruleus integrity is associated with better memory performance in older adults. Nature Human Behaviour, 3, 1203–1214. https://doi.org/10.1038/s41562-019-0715-2
Muehlroth, B. E., Sander, M. C., Fandakova, Y., Grandy, T. H., Rasch, B., Shing, Y. L., & Werkle-Bergner, M. (2019). Precise slow oscillation-spindle coupling promotes memory consolidation in younger and older adults. Scientific Reports, 9, Article 1940. https://doi.org/10.1038/s41598-018-36557-z
Keresztes, A., Ngo, C. T., Lindenberger, U., Werkle-Bergner, M., & Newcombe, N. S. (2018). Hippocampal maturation drives memory from generalization to specificity. Trends in Cognitive Sciences, 22(8), 676–686. https://doi.org/10.1016/j.tics.2018.05.004
Karch, J. D., Sander, M. C., von Oertzen, T., Brandmaier, A. M., & Werkle-Bergner, M. (2015). Using within-subject pattern classification to understand lifespan age differences in oscillatory mechanisms of working memory selection and maintenance. NeuroImage, 118, 538–552. https://doi.org/10.1016/j.neuroimage.2015.04.038
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