Spaß und Faszination, Entsetzen und Abscheu, Panik und Angst: Welche Gefühle sind mit Schusswaffengebrauch verbunden?

Internationale Konferenz zur „gun-culture“-Forschung

18. August 2014

Lust am Schießen oder Widerwille gegen Waffenfreaks? Welche Emotionen sind mit Schusswaffen verbunden? Unterscheiden sich diese Gefühle in Kulturen und Ländern, oder sind sie immer gleich? Blicken wir mit anderen Gefühlen auf Schusswaffen als Menschen vorheriger Epochen, oder bleibt die emotionale Kodierung von Waffengebrauch stets konstant? Über den bislang unerforschten Zusammenhang zwischen Gefühlen und Schusswaffen diskutieren über 20 internationale Wissenschaftler vom 26. bis 28. August 2014 am Berliner Max-Planck-Institut für Bildungsforschung.

Waffentragende sprechen oft von einer besonderen Faszination, die vom Schießen ausgeht. Opfer von Waffengewalt und ihre Angehörigen erleben Ohnmacht, Angst, Verzweiflung und Trauer. Auch die Diskussion um Waffengesetze ist stark gefühlsgeleitet. So ist von Freiheit, Sicherheit und Verantwortung die Rede. Obwohl also weder die Regulierung von Schusswaffen noch ihr Gebrauch ohne Emotionen denkbar sind, beschäftigte sich die Forschung bisher kaum mit der Frage nach den Gefühlen oder wagte einen globalen Vergleich unterschiedlicher Waffenkulturen, das heißt der unterschiedlichen Haltungen zu Schusswaffen und deren Einfluss auf das Rechtssystem in unterschiedlichen Ländern.

Um diese Forschungslücke zu schließen, veranstaltet das Max-Planck-Institut für Bildungsforschung vom 26. bis 28. August 2014 die Konferenz „Comparing Civil Gun Cultures: Do Emotions Make the Difference?“. Damit werden erstmalig  sowohl die Ergebnisse der neuen Emotionsforschung für das Verständnis von Waffenkulturen nutzbar gemacht als auch Waffenkulturen in einem globalen Kontext vergleichend diskutiert.

„Wir erhoffen uns von der Fokussierung auf Emotionen wesentliche Einsichten darüber, wie Gefühle den Umgang mit Schusswaffen leiten“, so Dagmar Ellerbrock, Leiterin des Minerva-Forschungsschwerpunktes „Emotionen, Gewalt & Frieden“ am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung. Drei Tage diskutieren ausgewiesene Spezialisten für „gun-culture“-Forschung und Experten für Emotionswissenschaften, welche emotionalen Differenzen und welche Gemeinsamkeiten es zwischen Waffenkulturen beispielsweise in den USA, Kanada, Deutschland, Finnland und Israel gibt. Wesentlich ist dieses Basiswissen für die politische Steuerung von Waffenbesitz und Waffengebrauch ebenso wie für die Gestaltung von Bildungsprozessen.

Weitere Informationen
Die Konferenz findet in englischer Sprache statt und ist nicht öffentlich. Für interessierte Journalisten steht ein begrenztes Platzkontingent zur Verfügung. Gerne stehen Ihnen die Referenten für Interviews zur Verfügung, bitte nehmen Sie dazu Kontakt mit uns auf. Bei Interesse melden Sie sich bitte bis Montag, den 25.08.2014, an: presse@mpib-berlin.mpg.de

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