BabyLab

Das BabyLab am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung bietet eine ideale Umgebung für die Durchführung von Studien mit Kindern verschiedener Altersgruppen – von drei Monate alten Babys bis zu Kindern im Alter von sechs Jahren.

Dieses Bild zeigt eine Mutter mit ihrem Kind auf dem Schoß. Ihnen gegenüber befindet sich eine Forschungsassistentin, die dem Kleinkind ein Brett entgegenhält. Auf dem Brett befinden sich zwei weiße Quadrate. Auf dem einen Quadrat liegt eine getrocknete Pflaume. Das andere Quadrat ist leer. Das Kind hält eine getrocknete Aprikose in der Hand.

Da Säuglinge und Kleinkinder noch nicht sagen können, was sie denken, geht es im BabyLab darum, möglichst genau ihr Verhalten und ihre Reaktionen zu beobachten. Dafür zeichnen die Forscher*innen zum Beispiel auf, worauf die Kinder schauen, wonach sie greifen und welche Verhaltensweisen sie in sorgfältig vorbereiteten Spielsituationen zeigen. Diese Aufzeichnungen ermöglichen es, genaue Rückschlüsse auf die zugrunde liegenden kognitiven Prozesse von Kindern zu ziehen. Die Aufgaben sind je nach Studie und Alter der Kinder konzipiert und beinhalten beispielsweise das Sehen von kurzen Videos, die Interaktion mit verschiedenen Objekten oder die Teilnahme an Spielen.

Das BabyLab verfügt über eine anpassbare Präsentationsbühne, die für Livepräsentationen von Objekten, Videopräsentationen oder auch für das sogenannte Eyetracking genutzt wird – ein Verfahren, das den Blickverlauf erfasst. Zur Messung des Blickverlaufs ist das BabyLab mit dem EyeLink1000 ausgestattet, welcher berührungslose Blickbewegungsmessung  bis zu 2000 Hertz ermöglicht. Ein spezielles Kamerasystem, das für das Labor eingerichtet wurde, ermöglicht es, das Verhalten der Kinder aus verschiedenen Perspektiven aufzuzeichnen.

Die Sitzungen dauern insgesamt etwa 50 Minuten, einschließlich der Zeit, die benötigt wird, um die Eltern über das Vorgehen aufzuklären und dem Kind die Möglichkeit zu geben, sich an die neue Umgebung zu gewöhnen. Die Studienabläufe sind dabei so konzipiert, dass sich Kinder sicher und wohl fühlen und dauern in der Regel 5 bis 15 Minuten. Zu keiner Zeit bestehen für Kind und Eltern irgendwelche Risiken.

Teilnehmende Kinder können sich nicht richtig oder falsch verhalten. Die natürlichen Reaktionen und Verhaltensweisen, die sie beim Testen zeigen, sind von unschätzbarem Wert, da sie Einblicke in das Wissen und die Fähigkeiten von Kindern verschiedenen Alters geben.

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