Polnische Juden und das Streben nach Glück (1918-1939)

Emma Zohar

Eine Gruppe von Lehrern aus Vilnius auf dem See Narocz, 1934. Die Unterrichtsprache der Lehrer war Hebräisch. Fotograf: Faber Shlomo

Das polnische Judentum wird häufig als der Inbegriff des jüdischen Leids angesehen. Dieses Bild ist – aus verständlichen Gründen – fest in der der Geschichtsschreibung und auch im israelischen und jüdisch-amerikanischen öffentlichen Diskurs verankert. Während der Zwischenkriegszeit litt ein großer Teil der jüdischen Bevölkerung in Polen unter Armut, Antisemitismus und Verfolgung. Aber wie alle Menschen strebten auch die Juden nach einem besseren Leben. Polnische Juden suchten Wege um Selbstverwirklichung und Freude im privaten und im öffentlichen Leben zu erlangen. Dieses Streben nach Glück fand in Konsum und Freizeitkultur, in Körperbildern, sexuellen Beziehungen und Liebe seinen Ausdruck. Im Forschungsprojekt sollen neuen Einblicke in soziale, kulturelle, politische und soziale Themen des Alltagslebens der jüdischen Gemeinschaften in der Zweiten Polnischen Republik gewonnen werden. Erforscht werden soll welcher Teil der Vergnügungskultur einzigartig jüdisch war und damit neue Perspektiven auf die Frage nach dem Platz der jüdischen Minderheit innerhalb des neuen polnischen Staates eröffnen.

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