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Metakognition

Früheres Projekt am MPIB

Menschen können die Inhalte ihrer Gedanken reflektieren und über sie berichten: Wir wissen, was wir sehen, was wir hören, wie wir uns fühlen und wie deutlich wir uns an etwas erinnern. All diese Informationen sind nicht öffentlich zugänglich, nur "ich" habe Zugang zu "meinen" Gedanken. Diese Fähigkeit wird als Metakognition bezeichnet.

Nicht alle Menschen haben gleich ausgeprägte metakognitive Fähigkeiten. Manche sind besser darin, eigene mentale Zustände zu beobachten, als andere.

Metakognition
© MPI fuer Bildungsforschung

Es gibt Hinweise darauf, dass der präfrontale Kortex eine wichtige Rolle bei diesen mentalen Prozessen spielt, die genauen Mechanismen sind jedoch bislang unklar. Im Metakognitions-Projekt wollen wir diese Mechanismen untersuchen, indem wir Zusammenhänge zwischen Hirnstruktur und metakognitiven Fähigkeiten analysieren und dabei Unterschiede in diesen Fähigkeiten zwischen Personen betrachten. Im Besonderen interessiert uns die Frage, ob Metakognition als eine globale Fähigkeit verstanden werden kann, oder ob sich die Mechanismen je nach Modalität des beobachteten mentalen Zustandes unterscheiden. Sind z.B. Personen, die genau wissen, was sie sehen, auch gut darin zu wissen, an wie viel sie sich erinnern können?  Um diese Frage zu beantworten, vergleichen wir metakognitive  Fähigkeiten über verschiedene Domänen hinweg und setzen sie mit hirnstrukturellen und -funktionellen Maßen in Beziehung.

Weiterhin interessiert uns die Metakognition des eigenen Körpers und Gesichtsausdrucks. Obwohl wir viel über unsere Mimik kommunizieren, sehen wir uns nur selten von außen. Wir versuchen herauszufinden, was Menschen über ihren eigenen Gesichtsausdruck wissen bzw. nicht wissen, während sie mit anderen sprechen.

Verantwortliche Wissenschaftler

Elisa Filevich, Bernstein Center for Computational Neuroscience, Berlin (seit 2016)
Simone Kühn, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (seit 2016)

Kollaborationspartner

Timothy Brick, Penn State University
Yana Fandakova
Philipp Sterzer, Charité

Publikationen

Faivre, N., Filevich, E., Solovey, G., Kühn, S., & Blanke, O. (2018). Behavioural, modeling, and electrophysiological evidence for supramodality in human metacognition. Journal of Neuroscience, 38, 263–277. doi: 10.1523/jneurosci. 0322-17.2017

Filevich, E., Dresler, M., Brick, T. R., & Kühn, S. (2015). Metacognitive mechanisms underlying lucid dreaming. Journal of Neuroscience, 35, 1082–1088. doi: 10.1523/jneurosci. 3342-14.2015

Metamotor Lab

Weitere Arbeiten zum Thema entstehen am Metamotor Lab von Elisa Filevich an der Humboldt-Universität zu Berlin. Die Forschungsgruppe wird vom Freigeist-Programm der Volkswagen-Stiftung gefördert.