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Plastizität bei Kindern

Holzklötze
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Reifung, Seneszenz und Lernen beeinflussen einander im Laufe der Zeit und führen so zu einzigartigen Verläufen kognitiver Entwicklung über die menschliche Lebensspanne. Die Entwicklung während der Kindheit und Jugend ist durch weitreichende Veränderungen des Gehirns gekennzeichnet. Sie sind durch ein komplexes Wechselspiel der Veränderungen der Integrität von weißer und grauer Substanz charakterisiert. Die Entwicklung von weißer und grauer Substanz ist in frontalen und parietalen Hirnregionen besonders ausgeprägt — denjenigen Regionen, die exekutive Funktionen und kognitive Kontrolle steuern. Parallel zu diesen protrahierten Reifungsprozessen in Hirnfunktion und -struktur ist das kindliche Gehirn besonders stark durch Erfahrung veränderbar, was die spätere neurokognitive Entwicklung beeinflussen kann. Deshalb untersuchen wir, wie sich das reifende Gehirn veränderlichen Umwelteinflüssen während der Kindheit und Jugend anpasst. In diesem Zusammenhang interessieren uns die Fähigkeiten von Kindern, das Lernen und Gedächtnis zu kontrollieren und eigene Gedanken und Handlungen flexibel zu regulieren.

Einerseits wollen wir altersbedingte Unterschiede der behavioralen und neuronalen Plastizität und den Grad ihrer Abhängigkeit vom Reifegrad der zugrundeliegenden Hirnnetzwerke untersuchen. Andererseits fragen wir, wie erfahrungsinduzierte Hirnveränderungen die langfristige Entwicklung während der Kindheit und des späteren Erwachsenenalters beeinflussen. Einige unserer Forschungsfragen lauten:

  • Wie unterscheiden sich die Mechanismen der Plastizität zwischen früher und späterer Kindheit?
  • Wirkt sich die Pubertät auf Verhaltens- und neuronale Plastizitätserscheinungen aus?
  • Auf welche Weise beeinflussen neuronale und behaviorale Veränderungen infolge von Trainings die spätere neurokognitive Entwicklung?
  • Wirken sie sich auch auf das "wirkliche Leben" aus, beispielsweise auf schulische Leistungen?
  • Welche neuronalen und behavioralen Kennwerte sagen individuelle Unterschiede in Lern- und Trainingsgewinnen bei Kindern vorher?

Recent Publications

Fandakova, Y., Selmeczy, D., Leckey, S., Grimm, K. J., Wendelken, C., Bunge, S. A., & Ghetti, S. (2017). Changes in ventromedial prefrontal and insular cortex support the development of metamemory from childhood into adolescence. Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America, 114, 7582–7587. https://doi.org/10.1073/pnas.1703079114

Team

Yana Fandakova
Ulman Lindenberger

Corinna Laube (Postdoktorandin)

Neda Khosravani (Doktorandin)

Anke Schepers-Klingebiel (Forschungstechnische Assistentin)

Plasticity in Childhood

FLEX-Studie

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Maskottchen der FLEX-Studie

Literatur

Fandakova, Y., & Bunge, S. A. (2016). What connections can we draw between research on long-term memory and student learning? Mind, Brain, and Education, 10, 135–142. https://doi.org/10.1111/ mbe.12123

Fandakova, Y., Bunge, S. A., Wendelken, C., Desautels, P., Hunter, L., Lee, J. K., & Ghetti, S. (2018). The importance of knowing when you don't remember: Neural signaling of retrieval failure predicts memory improvement over time. Cerebral Cortex, 28, 90–102. https://doi.org/10.1093/cercor/ bhw352

Fandakova, Y., Lindenberger, U., & Shing, Y. L. (2014). Deficits in process-specific prefrontal and hippocampal activations contribute to adult age differences in episodic memory interference. Cerebral Cortex, 24, 1832–1844. https://doi.org/10.1093/cercor/ bht034

Fandakova, Y., Shing, Y. L., & Lindenberger, U. (2013). Differences in binding and monitoring mechanisms contribute to lifespan age differences in false memory. Developmental Psychology, 49, 1822–1832. https://doi.org/10.1037/a0031361