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SNAC-K

Kungsholmen | Kungsholmen Panorama Skinnarviksberget
© Holger Ellgaard

Die  Swedish National Study on Aging and Care in Kungsholmen (SNAC-K) wird in Zusammenarbeit vom Aging Research Center (ARC) des Karolinska Institutet und der Stockholm University mit dem Stockholm Gerontology Research Center durchgeführt. Die Studie wird seit 1999 vom schwedischen Ministerium für Soziales als eines der vier Subprojekte der Swedish National Study on Aging and Care (SNAC) gefördert. Der SNAC-K-Datensatz basiert auf mehreren Stunden klinischer Untersuchungen (ein Interview und mehrere Fragebögen zu Gesundheit und Lebensführung, medizinische Untersuchung und kognitive Erhebung) von Menschen im Alter von mindestens 60 Jahren, die in der Gegend von Kungsholmen/Essinge (einer der 14 Inseln) in Stockholm wohnen.

Das generelle Ziel von SNAC-K ist es, Fragen bezüglich der medizinischen, psychologischen und sozialen Gesundheit älterer Erwachsener in Schweden zu beantworten. Die SNAC-K-Daten haben eine große Anzahl von Probanden und eine Spannbreite von Daten zu Kognition, Gesundheit, Lebensführung, sozialen Faktoren sowie Genetik und strukturellen Hirnmaßen und bietet daher einen einzigartigen Datensatz zur Untersuchung von Variablen, die für das selektive assoziative Defizit in älteren Erwachsenen verantwortlich sein könnten.

Von besonderem Interesse ist eine neu erhobene Kohorte von 584 60-jährigen Erwachsenen, die einen item-assoziativen Gedächtnistest durchgeführt haben. In diesem Test sollen Probanden sowohl Item-Assoziationen (Gesicht- und Szenen- Paare) als auch Einzelinformationen (Gesichter oder Szenen) erinnern. Diese Aufgabe ermöglicht zwischen Faktoren zu unterscheiden, die episodisches Gedächtnis für Einzelinformationen oder episodisches Gedächtnis für assoziierte Informationen spezifisch beeinflussen können.

mehr über SNAC-K

Strukturelle Gehirnkorrelate des assoziativem Gedächtnisses bei älteren Erwachsenen

Ziel

Diese Studie zielt darauf ab, strukturelle Gehirnunterschiede in Beziehung zu interindividuellen Unterschieden in assoziativen Gedächtnisleistungen bei älteren Erwachsenen zu untersuchen.

Hintergrund

Im Vergleich zum Gedächtnis für Einzelinformationen lässt das assoziative Gedächtnis im Alter stark nach (Chalfonte & Johnson, 1996; Naveh-Benjamin, 2000). Jedoch variieren ältere Individuen sehr in ihrer Fähigkeit, assoziative Informationen zu erinnern (Brehmer et al., 2007; Nyberg et al., 2003). Auch wenn funktionelle Studien das assoziative Gedächtnis mit dem medial temporalen Lappen (MTL) und dem prefrontalen Kortex (PFC; Cabeza, 2006; Mayes et al., 2007) in Verbindung bringen, weiß man wenig darüber, wie volumetrische Unterschiede im MTL und PFC und anderen Gehirnregionen zu diesen individuellen Unterschiedenen im assoziativen Gedächtnis beitragen.

Methoden

Wir untersuchten regionales Volumen grauer Substanz in Verbindung zu individuellen Unterschieden im assoziativen Gedächtnis in einer Gruppe von gesunden älteren Erwachsenen (N = 54; Alter = 60 Jahre, SNAC-K-Stichprobe). Um das Gedächtnis für Einzelinformation von assoziativem Gedächtnis zu unterscheiden, wurden die Probanden instruiert, sich Gesicht und -Szenen-Paare für einen späteren Gedächtnistest einzuprägen. Im Gedächtnistest sollten sie dann entweder einzelne Gesichter/Szenen oder Gesicht- und Szenen-Paare wiedererinnern. Das Volumen der grauen Substanz wurde mittels voxel-basierter Morphometrie sowohl über das ganze Gehirn als auch in spezifischen Regionen (Region-of-Interest-Ansatz, speziell MTL und PFC) ausgewertet. Zur Erfassung volumetrischer Unterschiede, die speziell für das assoziative Gedächtnis relevant sind, wurde die Erinnerungsleistung von Einzelinformationen in der Analyse kontrolliert.

Ergebnisse

Die Teilnehmer unserer Studie unterscheiden sich in ihrer Gedächtnisleistung für assoziierte Informationen. Dabei sind alle Teilnehmer gleichermaßen gut im korrekten Erinnern der in der Lernphase präsentierten Informationen. Große inter-individuelle Unterschiede jedoch zeigen sich im vermeintlichen Erinnern von Informationen, die nicht in der Lernphase dargeboten, sondern in der Abrufphase neu präsentiert wurden (false alarms; vgl. Abb.1, oben). Interessanterweise war die Gedächtnisleistung für assoziierte Informationen unabhängig von der Gedächtnisleistung für Einzelinformationen.

Ältere Erwachsene mit besserem assoziativen Gedächtnis zeigten größeres Volumen der graue Substanz speziell in Regionen des linken und rechten lateralen PFC (Abb. 1, unten), aber auch im linken Okzipitallappen und dem linken Cerebellum.

Fazit

Diese Ergebnisse geben Hinweise auf die wichtige Rolle des PFC beim expliziten Lernen von Assoziationen, wahrscheinlich aufgrund seiner Beteiligung an der Organisation von Informationen und strategischen Prozessen, welche ältere Erwachsene mit guten von denen mit weniger guten Gedächtnisleistungen unterscheiden (vgl. Becker et al., 2015).

Abbildung 1

Abbildung 1 | Oben: Hit (H) und false-alarm (FA) Raten in der Assoziativen Gedä
© Becker et al., 2015

Kollaboration SNAC-K

Momentan bestehen Kollaborationen zwischen der OHG und
Lars Bäckman
Erika J. Laukka
Grégoria Kalpouzos
Goran Papenberg
Moshe Naveh-Benjamin

SNAC-K Logo

Publikation

Becker, N., Laukka, E. J., Kalpouzos, G., Naveh-Benjamin, M., Bäckman, L., & Brehmer, Y. (2015). Structural brain correlates of associative memory in older adults. NeuroImage, 118, 146–153. doi: 10.1016/j.neuroimage.2015.06.002