EnglishDeutsch

Otto-Hahn-Forschungsgruppe zum assoziativen Gedächtnis im Alter

Das Nachlassen der kognitiven Funktionsfähigkeit im Alter hat einen negativen Einfluss auf das individuelle Wohlbefinden und die Unabhängigkeit (Park et al., 2002). Eine besondere Rolle spielt hierbei das episodische Gedächtnis (Tulving, 1972), welches für das bewusste Erinnern von Ereignissen in ihrem zeitlichen und räumlichen Kontext verantwortlich ist. Grundsätzliche zeigen ältere Erwachsene spezifische Defizite im Erinnern von assoziativen Informationen, wie zum Beispiel der Kombination aus einem Gesicht und einem Namen (Old & Naveh-Benjamin, 2008). Dieses assoziative Defizit könnte ein Grund dafür sein, wieso ältere Erwachsene generell weniger von Gedächtnistrainings profitieren als jüngere Erwachsene und Kinder (siehe Brehmer et al., 2007). Denn diese Trainings setzen oft das Verbinden von zwei oder mehreren Elementen in eine zusammenhängende Repräsentation voraus. Zusätzlich zu generellen Altersunterschieden zeigen sich im höheren Erwachsenenalter große interindividuelle Unterschiede in der Bindungsleistung. Auch wenn einige ältere Erwachsene starke Probleme im Erinnern von assoziativen Informationen haben, zeigen andere eine solide Leistung (siehe Lövdén et al., 2012; Nyberg et al., 2002).

Im Fokus dieses OHG-Projekts steht das Erweitern unseres Wissens bezüglich der neuronalen Korrelate interindividueller Unterschiede im assoziativen Gedächtnis älterer Erwachsener. Warum sind einige ältere Erwachsene sehr gut im Erinnern assoziativer Informationen, während andere es nicht sind? Wir interessieren uns speziell für strukturelle und funktionelle Gehirnkorrelate und genetische Marker, die interindividuelle Unterschiede in assoziativen Gedächtnisleistungen vorhersagen.

Im Jahr 2008 wurde Yvonne Brehmer die Otto-Hahn-Medaille für wissenschaftlichen Nachwuchs verliehen. Zudem erhielt sie eine von drei Otto-Hahn-Gruppen, die von der Max-Planck-Gesellschaft finanziert werden und Jungwissenschaftlern nach einem Auslandsaufenthalt den Aufbau einer eigenen Forschungsgruppe ermöglichen. Die Finanzierung dieser Forschungsgruppe endet im April 2018.

Kontakt

Leiterin Forschungsgruppe
Yvonne Brehmer
brehmer [at] mpib-berlin [dot] mpg [dot] de

Ausgewählte Publikationen

Becker, N., Kalpouzos, G., Persson, J., Laukka, E. J., & Brehmer, Y. (2017). Differential effects of encoding instructions on brain activity patterns of item and associative memory. Journal of Cognitive Neuroscience, 29, 545-559. doi:10.1162/jocn_a_01062

Papenberg, G., Becker, N., Ferencz, B., Naveh-Benjamin, M., Laukka, E. J., Bäckman, L., & Brehmer, Y. (2017). Dopamine receptor genes modulate associative memory in old age. Journal of Cognitive Neuroscience, 29, 245-253. doi:10.1162/jocn_a_01048

Brehmer, Y., Shing, Y. L., Heekeren, H. R., Lindenberger, U., & Bäckman, L. (2016). Training-induced changes in subsequent-memory effects: No major differences among children, younger adults, and older adults. NeuroImage, 131, 214-225. doi:10.1016/ j.neuroimage.2015.11.074

Becker, N., Laukka, E. J., Kalpouzos, G., Naveh-Benjamin, M., Bäckman, L., & Brehmer, Y. (2015). Structural brain correlates of associative memory in older adults. NeuroImage, 118, 146-153. doi:10.1016/ j.neuroimage.2015.06.002