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The Individual Lexicon in Reading Acquisition (InLex)

Wie entwickelt sich der Wortschatz im Grundschulalter? Wie viele Wörter kennen Kinder in den verschiedenen Klassenstufen? Wie wirkt sich die individuelle Wortschatzgröße auf die visuelle Worterkennung von Kindern aus? Diesen Fragen wird im InLex-Projekt nachgegangen.

Während es im frühen Kindesalter noch relativ einfach ist, die Wortschatzgröße von Kindern zu bestimmen, wird es mit zunehmendem Alter und wachsendem Lexikon immer schwieriger, die Anzahl der Einträge im mentalen Lexikon zu bestimmen. Ein Ziel des InLex-Projektes ist es daher, unter Verwendung des childLex-Korpus die Wortschatzgröße von Grundschulkindern zu schätzen.

Ein weiteres Ziel besteht darin, mit Hilfe der ermittelten Wortschatzgröße individuelle lexikalische Merkmale und deren Effekt auf die visuelle Worterkennung beim Lesen zu bestimmen. Objektiv werden Maße wie Frequenz (= Häufigkeit eines Wortes in der Sprache) und Nachbarschaft ( = Anzahl ähnlicher Wörter in der Sprache) üblicherweise mithilfe von Korpora ermittelt. Beide Merkmale wirken sich bekanntermaßen auf die visuelle Worterkennung aus. Im InLex-Projekt sollen anhand der Lexikongröße die individuelle Frequenz ( = die individuelle Häufigkeit der Rezeption des Wortes) und die individuellen Nachbarschaften ( = die individuelle Anzahl bekannter Nachbarn) bestimmt und deren Effekt auf die visuelle Worterkennung gemessen werden. Es wird erwartet, dass die individuellen Maße ein besserer Prädiktor sind.  

Ein Schwerpunkt des Projektes liegt auf der Entwicklung der Methoden zur Bestimmung der individuellen lexikalischen Eigenschaften. Die Ergebnisse der Studien sollen einerseits Aufklärung über die Ursache interindividueller Unterschiede beim Lesen bringen und andererseits Hinweise für Interventionen zur Leseförderung auf Wortschatzebene liefern. Das Projekt startete im September 2013.

Wie hängen Lesen und das individuelle mentale Lexikon zusammen?
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