Feeling Dis/ease – New Perspectives on Contemporary History

  • Beginn: 29.01.2020
  • Ende: 31.01.2020
  • Ort: Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Lentzeallee 94, 14195 Berlin
  • Gastgeber: Forschungsbereich Geschichte der Gefühle
  • Kontakt: rockmann@mpib-berlin.mpg.de

Organisation: PD Dr. Bettina Hitzer

Der Minerva-Forschungsschwerpunkt „Gefühl und Krankheit. Geschichte(n) einer komplizierten Beziehung“ hat Krankheit aus emotionshistorischer Perspektive eingehend beleuchtet. Der Fokus lag hier einerseits auf der Geschichte der Krebskrankheit als einer der am meisten gefürchteten, zugleich in vieler Hinsicht Grenzen überschreitenden Krankheit, andererseits auf der Geschichte der Psychosomatik, in der Debatten um den Ort, die Reichweite, die Bedeutung und die Therapierbarkeit von Gefühlen im Zentrum standen.

Die Abschlusstagung soll Bilanz ziehen und zugleich Anregungen für die Emotionsgeschichte ebenso wie für andere Felder der Geschichtswissenschaft geben. Methodische Fragen, die im Verlauf der Forschungen des Minerva-Projektes aufgetaucht sind, sollen aufgegriffen werden. Dazu zählt etwa die Frage danach, wie sich in der Krankheitsgeschichte die Erfahrung und Bedeutung des Fühlens und Tastens, der Geräusche und des Geruchs erschließen lassen. Wie roch etwa eine Röntgenbestrahlung in den 1920er Jahren? Welche Geräusche erzeugten Bestrahlungsgeräte und Belüftungssysteme? Wie fühlten sich die Strahlenschutzmaßnahmen durch Abdeckung auf der Haut an? Und wie verdichteten sich diese Sinneserfahrungen zu einer Gefühlserfahrung? Handelt es sich bei der Erforschung dieser Aspekte ausschließlich um eine history of the senses, um eine history of feelings? Oder ist es möglich und sinnvoll, diese als integraler Bestandteil einer Emotionsgeschichte zu konzipieren, die nach den Effekten sinnlicher Erfahrungen für Gefühle in und gegenüber von Krankheit fragt? Auf welche Methoden können wir hier zurückgreifen, von welchen theoretischen Vorannahmen gehen wir aus?

Die Vorträge sollen erkunden, wie solche Fragen empirisch und methodisch für die Emotionsgeschichte von Krankheit und Gesundheit fruchtbar gemacht werden kann. Dabei sollen zugleich gegenwärtig diskutierte Ansätze aus anderen Feldern der Geschichtswissenschaft ebenso wie aus benachbarten Disziplinen wie etwa der Medizinsoziologie, der Kultur- und Literaturwissenschaft und der Sicherheitsforschung einbezogen werden.

Die Konferenz ist offen für das interessierte Fachpublikum. Wir bitten um Anmeldung bis 20. Januar 2020 an Karola Rockmann rockmann@mpib-berlin.mpg.de

Sollten Sie nur zur Keynote von Joanna Bourke kommen wollen, benötigen Sie keine Anmeldung. Konferenzsprache ist Englisch.


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