Forschungsdatenmanagement
Was ist FDM?
Forschungsdatenmanagement (FDM) befasst sich mit der Verwaltung von Forschungsdaten im Verlauf ihres gesamten Lebenszyklus. Wichtige Fragen sind dabei beispielsweise:
- Wie sollen entstehende und verarbeitete Datendateien, Ordner und Begleitmaterial benannt, strukturiert und gespeichert werden?
- Wie werden sie dokumentiert?
- Wie werden die Daten sinnvoll für eine eventuelle Nachnutzung aufbereitet?
Dabei haben sich die sogenannten FAIR-Prinzipien als faktische Leitprinzipien für das Datenmanagement entwickelt. Das Akronym FAIR steht für: Findable (Auffindbar), Accessible (Zugänglich), Interoperable (Interoperabel), Reusable (Wiederverwendbar). Durch die Umsetzung dieser Prinzipien wird die Wiederverwendbarkeit von Daten verbessert, und Daten werden für neue Nutzungsszenarien auffindbar
Warum FDM?
In dem Bestreben nach mehr Offenheit und Transparenz in der Forschung ist ein effektives Datenmanagement elementarer Teil des Forschungsprozesses geworden. Es ermöglicht, dass Forschende selbst Jahre später intuitiv auf die Daten eines Projektes zugreifen, sie verstehen und mit ihnen arbeiten können. Dies erspart einerseits viel Zeit und Ressourcen und trägt andererseits dazu bei, die Forschung robust, replizierbar und reproduzierbar zu machen.
Darüber hinaus verlangen inzwischen viele Förderer und Fachzeitschriften die Veröffentlichung von Daten. Mit einem von Beginn an durchdachten Konzept für das Datenmanagement wird der Aufwand für die eigentliche Veröffentlichung qualitativ hochwertiger Daten vernachlässigbar gering.
FDM in der Max-Planck-Gesellschaft (MPG)
Die Verhaltensregeln für gute wissenschaftliche Praxis der MPG enthalten klare Vorgaben zur Sicherung, Aufbewahrung und Dokumentation von Forschungsdaten (§2.4) sowie deren Zugänglichkeit (§2.7). Die Max Planck Digital Library (MPDL) unterstützt mit einer zentralen FDM-Servicestelle Forschende der MPG in allen Belangen rund um das FDM, mehr Informationen finden Sie auf der MPDL-Seite zum Thema Forschungsdatenmanagement. Zudem stellt die MPDL den Research Data Management Organiser (RDMO) zur Verfügung, ein Service, der die Organisation des Datenmanagements und die Erstellung von Daten- und Softwaremanagementplänen auch für verschiedene Förderorganisationen unterstützt.
Wie wird FDM am MPIB unterstützt?
Ein Großteil der am MPIB durchgeführten Forschung beruht auf empirischen, neu generierten, häufig personenbezogenen Daten und umfasst diverse Studiendesigns (z. B. Längsschnitt-, Querschnitts-, experimentelle Studien) und Erhebungsmethoden (z. B. Bildgebung des Gehirns, Umfragen). Um der methodischen und disziplinären Vielfalt gerecht zu werden, hat das Institut eigene Leitlinien für Open Science und Forschungsdatenmanagement veröffentlicht, einen institutsübergreifenden Rahmen, der die strategische Verpflichtung gegenüber Zugänglichkeit und Transparenz definiert und sicherstellt, dass Forschung reproduzierbar und wiederverwendbar ist und nationalen und internationalen Standards entspricht (z. B. den FAIR-Prinzipien oder der UNESCO-Empfehlung zu offener Wissenschaft).
Darüber hinaus gibt es ein eigenes FDM-Team, welches Forschende bei der FAIRen Verwaltung ihrer Forschungsdaten unterstützt. Über ein speziell für das MPIB entwickeltes Tool wird ein kleiner, aber relevanter Satz an Metainformationen zu Studien erfasst. Dieser ermöglicht dem FDM-Team maßgeschneiderte Unterstützung während des gesamten Datenlebenszyklus anzubieten: Dies umfasst unter anderem
- die Beratung zur Erstellung von Datenmanagementplänen,
- Hilfe bei einer sinnvollen Datenorganisation sowie -dokumentation,
- die Konvertierung von Daten in standardisierte Formate wie BIDS für MRT-Daten,
- den nachhaltigen Umgang mit Speicherplatz durch die Vergabe von Speicher zu Studienbeginn bzw. die Freigabe von Speicher nach Studienende (in enger Zusammenarbeit mit der zentralen IT-Abteilung) oder
- die Beratung bei der Wahl geeigneter Lizenzen oder Repositorien.
Die Verwaltung personenbezogener Daten erfordert ein erhöhtes Maß an Aufmerksamkeit, da die Verarbeitung dieser Daten den Vorgaben der europäischen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) entsprechen muss. Um Forschende bei der Verwaltung dieser besonders sensiblen Daten zu unterstützen und die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben sicherzustellen, wurde mit Castellum ein weiteres Tool speziell für das MPIB implementiert.
Beide Tools ermöglichen es dem FDM-Team, Forschende in entscheidenden Phasen gezielt bei der datenschutzkonformen Verwaltung ihrer Daten zu unterstützen und somit die Qualität, Zugänglichkeit und Wiederverwendbarkeit von Forschungsdaten am MPIB zu verbessern.