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The Between-Wars Generation and the Transition to Retirement: Face-to-Face Survey (LV-West II A) and Telephone Survey (LV-West II T) (in German only)

Einleitung

Im Anschluss an die Studie "Lebensverläufe und Wohlfahrtsentwicklung" (LV-West I)" wurden die Lebensverläufe von Männern und Frauen der Geburtsjahre 1919 bis 1921 erhoben. Es handelt sich um eine repräsentative Befragung von Personen in Privathaushalten in den alten Bundesländern und Berlin (West). Im Unterschied zur vorhergehenden Studie erfolgte die Durchführung des Projektes in zwei Haupt-Felderhebungen (LV-West II A und LV-West II T), die sich in den implementierten Stichprobenverfahren, der Befragungsmethode und den Erhebungsinstrumenten unterscheiden. Die mündlichen bzw. persönlichen Interviews wurden in der zweiten Hauptstudie durch telefonische Befragung einer Stichprobe von Personen mit Telefonanschluß abgelöst. Die zweite Erhebung wurde notwendig, da die persönliche Fragenbogenerhebung (LV-West II A) nicht zu der gewünschten Anzahl von Interviews geführt hatte. Da gute Erfahrungen mit telefonischen Nachrecherchen gemacht worden waren, lag die Überlegung nahe, eine weitere Erhebung der Lebensverläufe der 1919-21 Geborenen telefonisch durchzuführen.

In der ersten Haupt-Felderhebung (LV-West II A) wurden in den Jahren 1985 und 1986 insgesamt 407 westdeutsche Männer und Frauen der Geburtsjahre 1919 bis 1921 mittels standardisierten Fragebogen in einem persönlichen Interview befragt. Der entsprechende Datensatz kann über das Zentralarchiv für empirische Sozialforschung in Köln bezogen werden (ZA-Studien-Nr.: 2646).

Die zweite Haupt-Felderhebung (LV-West II T) erhob in den Jahren 1987 und 1988 die Lebensverläufe von insgesamt 1.005 Mitglieder der westdeutschen Geburtsjahrgänge 1919 bis 1921 mit Hilfe eines computergestütztem Fragenprogramm in telefonischen Interviews. Auch dieser Datensatz kann über das Zentralarchiv für empirische Sozialforschung in Köln bezogen werden (ZA-Studien-Nr.: 2647).

Die beiden Haupt-Felderhebungen wurden in den Dokumentationen zusammen dargelegt. Aus diesem Grund werden auch beide Projekte hier zusammen aufgeführt.

Ziel des Projekts (in German only)

Das Projekt "Die Zwischenkriegskohorte im Übergang zum Ruhestand" schloss sich an das Projekt "Lebensverläufe und Wohlfahrtsentwicklung" (LV-West I - Link!) an und erweiterte die Deutsche Lebensverlaufsstudie um die Geburtskohorte 1919-1921.

Der Einfluss von Kriegsereignissen auf die Lebensgeschichte stand in diesem Projekt im Mittelpunkt des Interesses. Die besonderen historischen Bedingungen, mit denen diese Geburtskohorte konfrontiert war, und deren Verflechtung mit der Wohngeschichte und dem Bildungs- und Erwerbsverlauf wurden durch die Befragung adäquat erfasst. Darüber hinaus erreichten die Befragten dieser Geburtskohorte zum Erhebungszeitpunkt die Altersgrenze, in der üblicherweise der Übergang in den Ruhestand erfolgt. Es konnten also vollständige, abgeschlossene Erwerbsverläufe und spezielle Angaben zur Altersversorgung erhoben werden.

Frageprogramm (in German only)

Um einen Vergleich der Daten der LV-West I und LV-West II A / LV-West II T zu ermöglichen, sollte sich die Lebensverlaufserhebung der 1919-21 Geborenen der gleichen Erhebungsmethode bedienen und auch ein ähnliches Erhebungsinstrument benutzen. Allerdings war zu berücksichtigen, dass die historische Lagerung dieser Geburtskohorte (Drittes Reich, Kriegsereignisse) spezifische Konsequenzen für die Wohngeschichte (spezifische Mobilität durch Fronteinsätze, Umsiedlungen), für die Bildungs- und Erwerbsgeschichte (Beschränkungen bei der Berufsfindung), für die Organisationsbindung (Mitgliedschaften in NS-Organisationen) hatte. Durch die erstmalige Erhebung des Übergangs zum Ruhestand wurden zusätzlich Fragen, die sich mit der Beendigung des Erwerbslebens befassen, entwickelt.

Stichprobendesign (in German only)

Für die persönlichen Fragebogeninterviews (LV-West II A) wurden mit Hilfe des ADM-Designs* 1.189 Adressen von Personen der Geburtsjahrgänge 1919-1921 gezogen. Diese Adressen wurden in die Stichprobe einbezogen. Wegen des relativ großen zeitlichen Abstandes zur Haushaltsvorerhebung (1981) wurden die Adressen durch Getas 1984 aktualisiert. Die verfügbare Stichprobe umfasste 1.081 Männer und Frauen, deren Verteilung den Daten des Statistischen Bundesamtes ziemlich genau entsprachen (siehe Methodenberichte zur persönlichen Befragung (LV II A), pdf-Format, 727 KB).

Für die telefonischen, computergestützten Interviews (LV-West II T) wurden aus der InfaScope-Stichprobe alle Haushalte, in denen eine Person in den Jahren 1919-1921 geboren wurde, ausgewählt. Mit einem Vorlauf von einigen Monaten wurden alle in dieser InfraScope-Stichprobe kontaktierten Haushalte nach Mitgliedern der Geburtsjahrgänge 1919 bis 1921 gefragt und um Teilnahme dieser Personen an der Lebensverlaufsstudie gebeten. Alle rekrutierten Haushalte sind für die Zielkohorte verwendet worden (siehe Methodenberichte zur telefonischen Befragung (LV II T, pdf-Format, 484 KB).

*ADM-Design:

Der ADM ist die Arbeitsgemeinschaft deutscher Marktforschungsinstitute. Die Grundgesamtheit einer ADM-Stichprobe sind private deutsche Haushalte in der damaligen Bundesrepublik Deutschland (alte Bundesländer und Berlin [West]).
Nach diesem Verfahren werden die Zielhaushalte nach einer geographisch flächendeckenden Startpunktverteilung in sogenannten Netzen ermittelt, die jeweils 210 Stimmbezirke als Basiseinheiten enthalten. Die Bestimmung der Startpunkte für das sich anschließende "random walk" (Auflistung spezifisch definierter Haushalte nach Anzahl und Lokalisierung) ist nach einem mathematischen Verfahren ermittelt und im Design festgelegt. Für die Lebensverlaufsstudie mussten in einer Haushaltsvorerhebung aus den aufgelisteten privaten Haushalten dann durch Nachfragen ermittelt werden, wo Personen der gesuchten Geburtsjahrgänge leben. Haushalte, zu denen eine oder mehrere Personen der Zielkohorten gehörten, wurden als Grundlage für eine Stichprobenziehung sondiert und mit der geographischen Verteilung abgeglichen.

Datenerhebung (in German only)

In der ersten Haupt-Felderhebung (LV-West II A) konnten trotz großer Bemühungen im Feld und intensiver Schulung der Interviewer nur 407 Interviews realisiert werden. Die Ausschöpfung der Stichprobe und Ausfallgründe zeigt Tabelle 1. Aufgrund der hohen Anzahl der Ausfälle wurde die realisierte Stichprobe unter verschiedensten Aspekten überprüft. Es zeigte sich jedoch, dass der Anteil der Männer und Frauen dem Geschlechterverhältnis der Volkszählung 1987 entspricht. Ebenfalls zeigte sich, dass es keine wesentlichen Verzerrungen in der geographischen Verteilung der Interviews gab. Ausfälle und Realisierungen halten sich unter geographischen Aspekten die Waage.

Da die erste Hauptstudie nicht zu der gewünschten Anzahl von Interviews führte, wurde eine weitere Erhebung nötig (LV-West II T). Gleichzeitig wurde der Fragebogen in eine computergestütztes Befragungsprogramm umgewandelt, das eine automatische Filtersteuerung ermöglichte, Datenprüfungen während des Interviews erlaubte und durch Speicherung der Angaben die sofortige Erstellung eines Rohdatensatzes gestattete. Von November 1987 bis September 1988 wurden insgesamt 1.005 vollständige Telefoninterviews durchgeführt. Zur Beobachtung der Interaktion im Interview, aber auch zur Kontrolle der Datenerfassung wurden die telefonischen Interviews mitgeschnitten. Die Ausschöpfung der Stichprobe und Ausfallgründe zeigt Tabelle 1.

Tabelle 1: Ausschöpfung und Ausfallgründe

 
LV-West II A
LV-West II T
 
Absolut
%
Absolut
%
Haushaltsvorerhebung 1981
1.189
     
Ausfälle bei postalischer Überprüfung 1984
121
     
Verlust durch mehrere Zielpersonen in einem Haushalt
94
     
Bruttostichprobe
974
100,0
   
Neutrale Ausfälle
60
6,2
29
 
Bereinigte Stichprobe
834
100,0
1.372
 
Systematische Ausfälle        
Nicht erreichbar
49
5,9
20
1,5
Auskunftsperson verweigert
46
5,5
   
Zielperson verweigert
310
37,2
276
20,1
Zielperson krank/ nicht befragbar
15
1,8
23
1,7
Andere Ausfälle
7
0,8
   
Realisierte Fälle
407
48,8
1.053
76,7
Nicht auswertbare Interviews    
48
3,5
Auswertbare Interviews/ Ausschöpfungsquote
407
48,8
1.005
73,3

Hinweise zur Datenanalyse (in German only)

Ursprünglich wurden die Daten in SIR-Datenbanken abgelegt. Um die Arbeit mit den Datensätzen zu erleichtern, wurden die Daten dem Zentralarchiv für Sozialforschung, Köln, als sogenannte Public-Use-Files in Form von SPSS Data Files, SPSS Portable Files und STATA Files zur Verfügung gestellt. Der entsprechende Datensatz für beide Studien kann über das Zentralarchiv für empirische Sozialforschung in Köln bezogen werden:
LV II A: ZA-Studien-Nr.: 2646
LV II T: ZA-Studien-Nr.: 2647

Die Public-Use-Files wurden datenschutzbedingt technisch-formalen Veränderungen unterworfen. In diesen Datenfiles sind alle direkten Ortsbezüge sowie alle offenen Texte nicht mehr enthalten. Die in der Befragung verwendete „Fragebogennummer“ wurde durch eine künstliche, mit Hilfe eines Zufallsgenerators erzeugte Fallnummer ersetzt, die so konstruiert wurde, dass kein direkter Bezug zwischen den Public-Use-Files und den Fragebögen hergestellt werden kann.

Die Zusammenführung der Fälle aus der persönlichen Fragebogenstudie (LV-West II A) und der computergestützten Telefonbefragung (LV-West II T) sollte zwar prinzipiell möglich sein, hat jedoch durch den Methodenwechsel und die Veränderungen - insbesondere Kürzungen - des Frageprogramms einige Restriktionen.

Dokumentation (Downloads) (in German only)

Erika Brückner: Lebensverläufe und gesellschaftlicher Wandel
Konzeption, Design und Methodik der Erhebung von Lebensverläufen der Geburtsjahrgänge 1919-1921. Materialien aus der Bildungsforschung Nr. 44. Max-Planck-Institut für Bildungsforschung Berlin 1993

Teil I: Methodenberichte zur persönlichen Befragung (LV II A) und zur telefonischen Befragung (LV II T)

Teil II: Materialien zur Durchführung der persönlichen Befragung (LV II A) und zur telefonischen Befragung (LV II T): Erhebungsinstrumente, Interviewerschulungsmaterialien und Felddokumente

Teil III: Dokumentation der Editions- und Datenaufbereitungsprozesse der persönlichen Befragung (LV II A) und der telefonischen Befragung (LV II T)

Teil IV: Dokumentation zur Vercodung der persönlichen Befragung (LV II A) und der telefonischen Befragung

Teil V: Datenbankdokumentation der Analysedatensätze der persönlichen Befragung (LV2 A) und der telefonischen Befragung (LV2 TA)