EnglishDeutsch

Anliegen der Studie (in German only)

Auf dieser Seite wollen wir uns und unsere Arbeit vorstellen, um Ihnen einen Blick hinter die Kulissen zu ermöglichen. Dank Ihrer Mithilfe konnten wir schon anspruchsvolle Untersuchungen menschlicher Schicksale vor, während und nach der deutschen Teilung durchführen. Wir haben zum Beispiel wertvolle Informationen darüber erhalten,

  • wie historische Ereignisse und gesellschaftliche Bedingungen den Lebensweg und die Lebenssituation von Menschen beeinflussen,
  • welche langfristigen Konsequenzen frühere Ereignisse und Erfahrungen der Menschen sich für ihren Lebensverlauf ergeben,
  • warum die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Geburtskohorte bedeutsam für die Lebenschancen der Menschen ist und
  • in welcher Art und Weise Menschen durch ihre aktive Auseinandersetzung mit der Umwelt gesellschaftliche Veränderungen hervorrufen können.

Was ist Lebensverlaufsforschung (in German only)

Der Erforschung des Lebensverlaufes schenkten wir am Berliner Max-Planck-Institut für Bildungsforschung seit über 20 Jahren besondere Aufmerksamkeit. Der Lebensverlauf wurde dabei als Abfolge von Aktivitäten und Ereignissen in verschiedenen Lebensbereichen von der Geburt bis zum Tod verstanden. Lebensverlaufsforschung basiert auf retrospektiven Längsschnittbeobachtungen, das heißt: Nach einem speziellen Verfahren wird eine bestimmte Anzahl von Personen gebeten, rückblickend Fragen zu ausgewählten Bereichen ihres Lebens zu beantworten.

Besonderes Gewicht legten wir darauf, die Bildungs-, Erwerbs- und Familiengeschichte möglichst lückenlos zu erfassen.
Mit diesen Daten konnten wir zum Beispiel herausfinden, wie der Übergang von der Schule ins Erwerbsleben in den verschiedenen Geburtsjahrgängen in Ost und West gemeistert wurde. Außerdem konnten wir feststellen, unter welchen gesellschaftlichen oder wirtschaftlichen Umständen und in welchem Alter eine eigene Familie gegründet wurde, wie sich Benachteiligungen am Beginn des Erwerbslebens auf spätere Erwerbschancen ausgewirkt haben oder wie Veränderungen des Familienbildes auf die Gesellschaft zurückwirken.

Wozu wurden die Angaben benötigt? (in German only)

Mit Hilfe der Daten konnten wir den sozialen Wandel einer Gesellschaft untersuchen. Wir konnten beispielsweise das Heiratsverhalten von Menschen, die während des Krieges geboren wurden, mit dem Heiratsverhalten der in relativem Wohlstand Geborenen der 60er und 70er Jahre vergleichen. So konnten wir Zusammenhänge zwischen den Prozessen und Entscheidungen im Leben eines Menschen und den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen herstellen und Erklärungen dafür finden, wie und warum sich die Bedeutung der Familie und die Familienformen verändert haben.

Mit den Daten konnten auch Unterschiede innerhalb eines Geburtsjahrganges untersucht werden. Dabei werden die Ursachen von Benachteiligungen verschiedener gesellschaftlicher Gruppen sichtbar. So kann beispielsweise der Vergleich von Paaren mit Kindern und kinderlosen Paaren sichtbar machen, warum und unter welchen Umständen Menschen darauf verzichten, eigene Kinder zu haben. Lässt sich belegen, dass eine unsichere Erwerbssituation der Frau bzw. ihres Partners zu einem Anstieg des Alters bei Geburt des ersten Kindes führt?

Weiterhin konnten wir die langfristigen Auswirkungen bestimmter Benachteiligungen beschreiben. Welche Rolle spielt es für das spätere Erwerbsleben, in welchem Elternhaus jemand aufgewachsen ist? Warum ist die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Geburtsjahrgang ausschlaggebend für die Lebenschancen eines Menschen?

Was sollte die Wiederholungsbefragung erreichen? (in German only)

Mit dem jüngsten Projekt "Arbeiten, Wohnen und Familie in der modernen Gesellschaft" schlossen wir unmittelbar an die Untersuchungen der Ausbildungs- und Berufsverläufe der 1964 und 1971 in Westdeutschland und der 1971 in Ostdeutschland Geborenen an.

Wir wollten gern erfahren, wie es danach weiter gegangen ist. Unter anderem interessierte uns, ob und wie es den jungen Frauen und Männern gelang, Erwerbskarriere und Familie/Partnerschaft vor dem Hintergrund zunehmender Mobilität zu vereinbaren, und wie die Erwerbssituation der Frauen und ihrer Partner sich auf die Familiengründung auswirkte.

Wie erfolgte die Befragung?

Die Befragung erfolgte telefonisch, wobei unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein computergestütztes Befragungsprogramm zur Verfügung stand. Dadurch konnten wir Ihre Angaben nahtlos mit denen verbinden, die Sie in der letzten Befragung gemacht hatten.

Warum wurde monatsgenau und so detailliert gefragt? (in German only)

Je genauer die Befragung ist, desto besser sind die Daten und desto genauer konnten wir unsere Untersuchungsziele erreichen. Durch Rückfragen der Interviewer wollten wir sicherstellen, dass alle Angaben exakt aufgenommen wurden und dass es bei Ausbildungs- oder Berufsbezeichnungen keine Missverständnisse gab. Je eindeutiger und genauer die Angaben waren, desto aussagekräftiger wurden auch die Forschungsergebnisse.

Wie wurden die Angaben gespeichert? Was taten wir für den Datenschutz? (in German only)

Die Angaben dienen rein wissenschaftlichen Zwecken! Die erhobenen Daten wurden nach dem Interview anonymisiert, so dass kein Rückschluss auf die Person mehr möglich ist.
Ihre Teilnahme an der Befragung war völlig freiwillig und konnte jederzeit abgebrochen werden. Sie können jederzeit auch Ihre Zustimmung für die Verwendung der Daten widerrufen. Es war aber von größter Bedeutung, dass jede ausgewählte Person teilnahm, da nur so ein wirklichkeitsgetreues Bild des beruflichen und familiären Lebens Ihrer Generation entworfen werden konnte.

Wir garantieren Ihnen, dass alle Ihre Angaben streng vertraulich behandelt und absolut anonym ausgewertet werden.

Wer befragte mich überhaupt? (in German only)

Die Projektleitung der Wiederholungsbefragung hatte Dr. Britta Matthes inne. Sie war von 2002 bis 2004 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung.

Einen wesentlichen Teil der Konzeption der Studie sowie der Fragebogengestaltung hatte Dr. Michaela Kreyenfeld, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Max-Planck-Institut für demographische Forschung, Rostock übernommen.

Dr. Maike Reimer war für die Evaluationsstudie verantwortlich. Sie war 2003 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung.

Darüber hinaus arbeiteten weitere Angestellte des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung an der Studie mit. Ralf Künster hatte das Befragungsinstrument programmiert und war für das Datenmanagement zuständig.

Petra Spengemann kümmerte sich um die Organisation und Dokumentation der Studie.

Die Interviewerinnen und Interviewer, die sich mit Ihnen in Verbindung setzten, waren Honorarkräfte oder studentische Hilfskräfte des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung: Jana Berwig, Jochen Kempe, Matthias Tenten und Anette Veauthier.

Alle an der Studie beteiligten Mitarbeiter/-innen sind zu absolutem Stillschweigen verpflichtet, und zwar während der Befragung und auch darüber hinaus.

Und hier die ersten Ergebnisse.