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27.04.2018 | Unstatistik des Monats: Immer noch Konfusion bei Kriminalität


Die Unstatistik April 2018 beschäftigt sich mit der jüngst veröffentlichten Kriminalitätsstatistik.

Die Stadt Frankfurt am Main führt mit 14.864 erfassten Straftaten pro 100.000 Einwohner im Jahr 2017 die Kriminalitätsliga in Deutschland an. Das melden unter anderem die Frankfurter Rundschau und der Tagesspiegel.

Aber tut sie das wirklich? Zunächst einmal gibt es große Unterschiede über Raum und Zeit bei der Erfassung von Kriminalität. In der einen Gemeinde schaut man bei Rauschgiftdelikten lieber weg, in der anderen wird ermittelt. Zudem pendeln in Frankfurt rund 300.000 Menschen täglich zur Arbeit ein, rund 60 Millionen Fluggäste kamen 2017 auf dem Flughafen Frankfurt an oder flogen ab. Alle von diesen Menschen verübten oder durch diese Menschen erlittenen Straftaten gehen auf das Konto der Stadt Frankfurt. In München dagegen gehört der Flughafen den Landkreisen Erding und Freising an.

Für einen sinnvollen Vergleich der Kriminalität über Gemeinden oder Länder hinweg wäre es also besser, die Zahl der Straftaten auf die Zahl der potenziellen Opfer und Täter und nicht auf die gemeldeten Einwohner zu beziehen.

Kontakt: 

Prof. Dr. Walter Krämer, Tel.: (0231) 755-3125

Jörg Schäfer (Pressestelle RWI), Tel.: (0201) 8149-244

Weitere Informationen: 

Gemeinsam mit dem RWI-Vizepräsidenten Thomas Bauer (RWI - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung) und dem Dortmunder Statistiker Walter Krämer (TU Dortmund) hat der Berliner Psychologe Gerd Gigerenzer, Direktor am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, im Jahr 2012 die Aktion „Unstatistik des Monats“ ins Leben gerufen. Mit dieser Maßnahme hinterfragen die Wissenschaftler jeden Monat sowohl jüngst publizierte Zahlen als auch deren Interpretationen.

Dossier zur Unstatistik
www.unstatistik.de

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