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Die Stellung Indiens im Forschungsbereich

Forschung zu Europa und zu Indien in einem gemeinsamen Forschungsbereich zusammenzuführen, stellt zumindest für Deutschland ein Novum dar. Die Europahistoriker mögen sich fragen, ob Forschung zu Indien einen Mehrwert auch für die eigene Forschung bringt. Genau diese Frage wiederum ruft bei den Regionalwissenschaftlern Irritationen hervor, denn sie fürchten, ihre Forschung könne damit ihren Eigenwert verlieren und müsse sich möglicherweise künftig daran messen lassen, was sie für die europäische Geschichte beitragen könne.

In einem solchen Kontext hat die Forschung zu Indien viel vom Brückenbau an sich – wie eine Brücke ermöglicht sie Kommunikation zwischen bisher unverbundenen Bereichen, wie eine Brücke aber kann sie nur dann stabil sein, wenn sie auf beiden Seiten fest verankert ist. Es gilt daher zunächst Erfahrungen "fremder" Akteure zu erforschen – dazu gehört selbstverständlich quellenbasierte Arbeit und philologische Kompetenz, so wie sie in den Regionalstudien heute Standard sind. Weiter aber geht es um die Übersetzung dieser Ergebnisse (sprachlich sowie kulturell) für einen deutschen Forschungszusammenhang. Zwei Überlegungen sind dabei zentral: zum einen ist die Indienforschung zu wichtig, als dass ihre Resultate nicht von den denjenigen zur Kenntnis genommen werden sollten, die sich hauptsächlich mit Europa beschäftigen. Zum zweiten geht es nicht um eine Aneignung des "Fremden" in einen Kontext, der davon bereichert, aber nicht verändert wird. Vielmehr ist, wie bei jeder guten Übersetzung, auch hier eine Interaktion und Transformation intendiert, die beide Sprachen ergreift. Nicht eine Anwendung europäischer Modelle auf Indien ist daher die Absicht, sondern der Versuch, gemeinsam Konzepte zu entwickeln, die sich aus der Forschung beider Regionen speisen und daher gemeinsam mehr zu erklären vermögen als jeder für sich.

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Workshop "Emotion and Music" mit Vidya Shah, Oktober 2008