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Intimität und Urbanität in Ost- und Zentralafrika im 20. Jahrhundert

Mein Forschungsprojekt beschäftigt sich mit der Geschichte der romantischen Liebe und Intimität in Ost- und Zentralafrika im 20. Jahrhundert. Ich untersuche die Bedeutung von Liebesdiskursen für größere Narrative so wie nation-building, sozialen und wirtschaftlichen Wandel und "Modernität". Dabei setze ich einen besonderen Fokus auf neue In- und Exklusionsstrategien im urbanen Raum und ihre Repräsentation durch die Metaphern von Reinheit und Beschmutzung.

Der Kern meines Projekts sind Frauen. Wie sind "moderne Frauen" von männlichen und weiblichen Zeitgenossen seit den 1920ern dargestellt worden? Auf welche Art und Weise ist das Bild der "modernen Frau" mit dem Diskurs von romantischer Liebe, companionate marriage und christlicher Respektabilität verbunden? Welche Gefühle werden durch den oft männlichen Blick auf städtische Frauen offenbar? Und was sollten Frauen fühlen, besonders diejenigen, die den Ansprüchen der Respektabilität nicht entsprachen? Ich versuche durch ein close reading von Liebesgeschichten und gängigen urbanen Tropen, wie etwa der des "sugar daddy", zu einer neuen Perspektive auf Urbanität und Modernität zu gelangen.

Zeitschriften „Mwana Shaba“ (Kongo, 1957) und „Speak Out“ (Sambia, 1987)
© Stephanie Lämmert

Der regionale Fokus meiner Forschung  umfasst Zambia, Tanzania und die Demokratische Republik Kongo im Zeitraum von 1920 bis in die 1990er. Meine Quellen sind Publikationen aus Missions- und Regierungsarchiven sowie Zeitschriften, die von der Kupferindustrie für ihre Arbeiter publiziert wurden, mit einem besonderen Fokus auf den zentralafrikanischen Copperbelt und das urbane Tanzania.