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Flüchtlings- und Kriegswaisen in Europa, Nord-Amerika und Afrika (1945 bis zur Gegenwart)

Krieg und Migration haben in den Gesellschaften des 20. und 21. Jahrhunderts ihre Spuren hinterlassen. Unter denen, die am meisten davon betroffen waren, sind Kinder, die einen oder beide Elternteile durch Kriegseinwirkung verloren haben. Diese Kinder erfuhren nicht nur einen tiefgreifenden Verlust, der starke Auswirkungen auf ihre Psyche hatte. Viele von ihnen verließen später im Erwachsenenalter als Flüchtlinge oder Migranten ihre Heimat, was eine zweite Entwurzelung bedeutete und die in der Kindheit erlittenen Traumata des Verlustes der Eltern und der Kriegserfahrung noch verstärkte.

Für sie wirken Gewalt und Trauma zweifach. Die emotionalen Erfahrungen von Menschen, die Kriegswaisen waren und die letztlich ihre Heimat verließen und Einwanderer oder Flüchtlinge innerhalb oder außerhalb ihres Landes wurden, verstärken sich.

Dieses qualitative, transnationale Projekt untersucht und vergleicht die Lebenserfahrungen von Frauen und Männern, die durch Kriegseinwirkung von 1945 bis heute Waisen wurden und entweder innerhalb ihres Landes flüchten mussten oder in europäische, nordamerikanische und afrikanische Länder migrieren mussten. Durch ausführliche mündliche Interviews und Archivmaterial (Autobiografien, Memoiren und Briefe) untersucht dieses Forschungsprojekt, wie Waisen Auffassungen vom Selbst, Identität, Familie und Zugehörigkeit durch die Sprache der Emotionen, Erzählungen von Widerstandsfähigkeit, Trauma und Mobilität von 1945 bis heute rekonstruieren.

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