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Civilizing Emotions (2015)

Civilizing Emotions (M. Pernau et al.) | Cover
© Oxford

Pernau, M., Jordheim, H., Bashkin, O., Bailey, C., Benesch, O., Ifversen, J., Kia, M., Majumdar, R., Messner, A. C., Park, M., Saada, E., Singh, M., & Wigen, E. (2015). Civilizing Emotions. Concepts in Nineteenth Century Asia and Europe. Oxford University Press, U. K. ISBN 978-0-19-874553-2

Zivilität und Zivilisation sind auch zu Beginn des 21. Jahrhunderts noch – oder wieder – Schlüsselbegriffe der politischen Diskussion. Allzu oft werden sie jedoch verwendet, als ob ihre Bedeutung eindeutig sei und keiner weiteren Erklärung bedürfe. Die begriffshistorische Untersuchung, die das Buch leistet, trägt zur Selbstreflektivität der Debatte bei und verleiht ihr Tiefenschärfe. Im Gegensatz zu früheren Studien nimmt Civilizing Emotions dabei eine dezidiert globalhistorische Perspektive ein; es ist das Ergebnis einer intensiven, vierjährigen Zusammenarbeit von namhaften Spezialisten der Geschichte der jeweiligen Regionen. Civilizing Emotions betont die Rolle, die das Vokabular der Zivilität und Zivilisation bei der Schaffung einer neuen und hierarchischen globalen Ordnung im Zeitalter des Hochimperialismus spielte. Dabei wird das Ausmaß deutlich, in dem die innereuropäischen Diskussionen Entwicklungen, die zeitgleich in asiatischen Ländern stattfanden, beeinflussten, aber auch von ihnen geprägt wurden.

Emotionen standen im Zentrum der Debatten um Zivilität und Zivilisation und der Praktiken, zu denen sie Anlass gaben. Civilizing Emotions untersucht, warum und in welcher Weise Gefühle – ihre Kontrolle, aber auch ihre Kultivierung – mit der neuen globalen Ordnung verknüpft waren. Das Buch ist ein Beitrag zur Emotionsgeschichte, zur Globalgeschichte und zur Begriffsgeschichte – drei innovative Forschungsfelder, die hier zum ersten Mal zusammengebracht werden.

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