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Migration und Exklusion: Flüchtlinge nach Indien nach 1947

Mit der Unabhängigkeit von Pakistan und Indien im Jahr 1947 ging einher eine Migrationsbewegung von mehr als 10 Millionen Hindus und Muslime über die neu entstandenen politischen Grenzen. Während die Teilung der beiden Länder im allgemeinen als ein Resultat des nationalen Kampfes angesehen wurde, der durch massive Gewaltausbrüche während der Bevölkerungsbewegungen verkompliziert wurde, waren die neu entstandenen Staaten Indien und Pakistan maßgeblich daran beteiligt, emotionale Communities, basierend auf religionsbedingten Unterschieden zwischen Hindus und Muslims, zu formen.

Mittels Archivmaterialien und anderem dokumentarischen Material werde ich die Entstehung von vielfach umstrittenen Identitäten und Communities unter den Flüchtlingen nach der Teilung analyisieren. Besonders im Fokus steht der Zeitraum in dem sie ihre alten Heimaten verließen und versuchten, sich neue Heimaten zu schaffen. Das Projekt wird untersuchen, wie die in Camps lebenden Flüchtlinge sich mit übergangsweise zusammengefundenen emotionalen Gemeinschaften arrangierten und als Migranten dann versuchten, sich eine imaginierte ideale Gemeinschaft, ein Zuhause und eine Nation zu schaffen. Die Vorstellung einer Heimat, eines Zuhauses, war unter den Flüchtlingen nicht immer einheitlich, da Frauen und Männer, getrennt nach Kastenlinien, Berufen, Herkunftregionen, Religionen und Sprachen, unterschiedliche Wahrnehmungen von ihrem Status und den Orten, an denen sie ankamen, hatten. Ihre Teilhabe an der Konstruktion von neuen, pluralistischen Gruppen wurde weiterhin intensiv debattiert und hatte einen großen Einfluss auf postkoloniale Konflikte in Indien.

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