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Kein Vertrauen zu den Völkermördern?

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges schickte die amerikanische Rockefeller Foundation ihre Mitarbeiter auch nach Deutschland. Sie sollten eruieren, welche Projekte und Personen unterstützt werden müssten, um Demokratie und Frieden in Deutschland und Europa zu festigen.

Die Entscheidungen, die die amerikanischen Trustees trafen, waren dabei ebenso von sachlichen Erwägungen geleitet, wie von der persönlichen und charakterlichen Einschätzung der deutschen Partner.

Das Projekt verfolgt diese Entscheidungsprozesse. Es fragt, welche Art von Informationen die Mitarbeiter der Rockefeller Foundation sammelten, mit wem die Treuhänder sprachen und nach welchen Kriterien sie ihre deutschen Gesprächspartner bewerteten. Insbesondere interessiert dabei, welche Rolle die vorhergehende Gewalt auf die Glaubwürdigkeit der Deutschen hatte. Auf welche Weise, in welchen Zeiträumen und durch welche Handlungen war es möglich, internationales Vertrauen zu akquirieren. In welcher Beziehung standen dabei individuelle Glaubwürdigkeit und kollektive Einschätzungen? Dies zu klären, verfolgt das Projekt die Interaktionen zwischen deutschen und amerikanischen Partner mittels sozialer Netzwerktheorien und überprüft die Vorannahme, dass Emotionen innerhalb sozialer Netzwerke generiert, befestigt und legitimiert werden – wie sie gleichfalls auch innerhalb sozialer Vernetzungen erodieren und verschwinden können.