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EEG-Labor

Elektroenzephalographie

Im Gehirn arbeiten Milliarden von Nervenzellen zusammen, um in jedem Augenblick unsere Sinneseindrücke, Gedanken und Gefühle zu koordinieren. Die Kommunikation der Nervenzellen untereinander erfolgt dabei mittels elektrochemischer Übertragung. Mit der Elektroenzephalographie (EEG) ist es möglich, die elektrische Aktivität von Nervenzellverbänden als Potenzialveränderungen auf der Kopfoberfläche messbar zu machen.

Das EEG ist die älteste nicht-invasive Technik zur Messung der Aktivität des Gehirns. Sie kann während des Schlafs, der Ruhe oder der Bearbeitung von Aufgaben im Labor eingesetzt werden. Bis heute ist das EEG, insbesondere wegen seiner hohen zeitlichen Genauigkeit (Auflösung unter 1 ms), im klinischen Alltag sowie in der experimentellen Forschung an gesunden Studienteilnehmern unverzichtbar.

Das EEG Labor | EEG Laboratory
© MPI fuer Bildungsforschung

Unser Labor

Im EEG-Labor des Forschungsbereichs Entwicklungspsychologie am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung stehen drei Messkabinen zur Verfügung. Jede Kabine ist sowohl akustisch als auch gegen elektromagnetische Strahlung abgeschirmt, um eine möglichst störungsfreie EEG-Messung zu ermöglichen. Durch ein modulares Verstärkersystem können räumlich hochauflösende EEG-Ableitungen (32–128 Kanäle pro Teilnehmer) durchgeführt werden. Zusätzlich stehen Systeme zur simultanen Aufzeichnung weiterer Biosignale zur Verfügung. Zum Beispiel kann das Elektrokardiogramm (EKG) zur Messung der Aktivität des Herzens oder ein Elektromyogramm (EMG) zur Messung der Aktivität eines Muskels aufgezeichnet werden oder auch Atmung, Hautleitfähigkeit, Puls usw. gemessen werden. Mittels eines 3-D Elektrodenlokalisationssystems ist es ferner möglich, die Position der Elektroden in einem dreidimensionalen Raum zu bestimmen. In Kombination mit strukturellen Magnetresonanztomografiebildern (MRT-Bildern) sind so exakte Rekonstruktionen der elektrischen Aktivität im Quellraum möglich.

Ablauf einer Messung

Vorbereitung und Durchführung

Eine EEG-Messung an der Kopfoberfläche ist vollkommen ungefährlich und nicht invasiv. Jedoch ist einiges an Vorbereitung nötig. In unserem EEG-Labor werden Messungen mittels (passiven und aktiven) Elektroden durchgeführt, die in elastischen Kappen eingebettet sind. Um einen möglichst guten Kontakt zwischen Kopfhaut und Elektroden zu ermöglichen, wird ein Elektrodengel verwendet, das in den Zwischenraum aufgetragen wird. Die verwendeten Elektrodengels sind hypoallergen und in aller Regel gut verträglich. Nach Aufsetzen der Kappe mit den Elektroden werden Sie verkabelt. Sie nehmen dann in einer der EEG-Kabinen Platz, und der Versuch kann beginnen. Es werden dann z.B. Bilder auf einem Computerbildschirm gezeigt, auf die Sie mit Knopfdruck reagieren sollen. Versuchsablauf und -dauer variieren dabei je nach Fragestellung der Studie.

Nach der Messung

Haarwaschgelegenheit | Washing unit
© MPIB

Im Anschluss an die EEG-Messung stehen mehrere Waschplätze zur Verfügung. Dort kann das verbliebene Elektrodengel ausgewaschen werden. Während der ganzen Vorbereitung und Durchführung werden Sie von speziell für EEG-Messungen geschultem Personal betreut.

Leitung

EEG-Kappe

Im EEG-Labor
© D. A.

Vorbereitung einer EEG-Kappe