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Forschungsgebiet III

Lesekompetenz und Sprachfähigkeit

Forschungsbereich III untersucht die Entwicklung und effiziente Förderung von Lesekompetenz und sprachlichen Fähigkeiten von Schülerinnen und Schülern.

Lesen gilt als eine zentrale Schlüsselqualifikation und zentrale Voraussetzung für schulischen und beruflichen Erfolg und lebenslanges Lernen. Gleichzeitig haben aktuelle Studien aber wiederholt deutlich gemacht, dass es zum Teil erhebliche Defizite bei der Lesefähigkeit und Lesemotivation in Deutschland gibt (Baumert et al., 2001; Bos et al., 2003).
In einem längsschnittlich angelegten Forschungsprojekt, der Berliner Leselängsschnittstudie (LESEN 3-6), werden daher die Entwicklung der Lesekompetenz und zentrale individuelle und soziale Einflussfaktoren von der dritten bis zur sechsten Klassenstufe untersucht. Durch die Untersuchung schulischer Bedingungsfaktoren für die Entwicklung der Lesekompetenz besteht darüber hinaus eine enge Verbindung mit Forschungsbereich IV.
Zur Frage effektiver Fördermöglichkeiten wird in einer quasi-experimentellen Interventionstudie die Implementierbarkeit und Effektivität eines neu entwickelten Leseförderprogramms, des Berliner Eltern-Kind Leseprogramms, umfassend überprüft.
Neben dem Lesen von reinen Texten stellt das integrative Lesen von Texten mit Visualisierungen (wie z.B. Diagrammen oder Abbildungen) eine besondere Herausforderung für Leserinnen und Leser dar, die im Alltag wie auch in der Schule von großer Relevanz ist. Ein weiteres Projekt beschäftigt sich daher in Kooperation mit der Universität Koblenz-Landau mit der Entwicklung und Überprüfung von Kompetenzmodellen zur integrativen Verarbeitung von Texten und Bildern auf Schüler- und Lehrerebene.
Ein besonderer Schwerpunkt des Forschungsbereichs sind die Untersuchung von Determinanten der Leistungsentwicklung bei Kindern mit Migrationshintergrund und Möglichkeiten ihrer gezielten schulischen und außerschulischen Förderung. Ein wichtiges Projekt ist dabei das Jacobs Summer Camp, bei dem im Rahmen einer experimentellen Interventionsstudie untersucht wurde, ob eine neu entwickelte Förderkonzeption geeignet ist, um bei Kindern aus zugewanderten Familien während der Sommerferien die Sprachkompetenz zu verbessern.

Weiterführende Literatur

Artelt, C., McElvany, N., Christmann, N., Richter, T. Groeben, N., Köster, J., Schneider, W., Stanat, P., Ostermeier, C , Schiefele, U. Valtin, R. & Ring, K. (2005). Förderung von Lesekompetenz – Eine Expertise. Bonn, Berlin: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

McElvany, N. (erscheint Herbst 2007). Förderung von Lesekompetenz im Kontext der Familie. Münster: Waxmann.

OECD (2006). Where immigrant students succeed – A comparative review of performance and engagement (2006). Paris: OECD.

Forschungsteam

Jürgen Baumert
Nele McElvany
Axinja Hachfeld
Michael Becker

Weitere Informationen

Berliner Längsschnitt (LESEN 3-6)
Berliner Eltern-Kind Leseprogramm (BEKL)
Entwicklung und Überprüfung von Kompetenzmodellen zur integrativen Verarbeitung von Texten und Bildern
Lernsommer