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Highlights aus den Forschungsergebnissen

Hier finden Sie ausgewählte Veröffentlichungen aus allen Forschungsbereichen des Instituts seit 2011.

Plastizität über die frühe Entwicklung hinaus: Hypothesen und Fragen

Titel:

Plastizität über die frühe Entwicklung hinaus: Hypothesen und Fragen

Plasticity beyond early development
© MIT Press
Bereich: 
Entwicklungspsychologie
Zusammenfassung: 

Auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse zu kritischen Perioden in der frühen Entwicklung präsentiert dieses Kapitel ein Programm zur Erforschung menschlicher Plastizität über die Lebensspanne und legt das konzeptuelle Fundament für eine Reihe von Forschungshypothesen und offenen Fragen. Plastizität wird als strukturelle Veränderbarkeit des Gehirns definiert, die mit Erweiterungen des Verhaltensrepertoires einhergeht. Die Flexibilität stellt wiederum die Umsetzung und Rekonfiguration des existierenden Verhaltensrepertoires während stabiler Phasen dar, die durch die Abwesenheit struktureller Hirnveränderungen gekennzeichnet sind. Säugetier- und Vogelgehirne entwickeln sich in Zyklen von Plastizität und Stabilität, wobei die Tendenz zur Stabilität vorherrscht. Untersuchungen zu kritischen Perioden bei Tieren während der motorischen und sensorischen Entwicklung bilden die Grundlage für drei Hypothesen, die als Leitlinien für die Erforschung von Plastizität in späteren Altersphasen dienen können: Erstens nehmen Wahrscheinlichkeit, Rate und Größenordnung plastischer Veränderungen nach Erlangung der Reife ab. Zweitens bringen plastische Veränderungen oft eine Überproduktion von neuen synaptischen Verbindungen mit sich, die dann wieder beschnitten werden. Makroskopisch geht diese Abfolge mit einer Volumenzunahme der grauen Substanz einher, der eine Renormalisierung folgt. Drittens bieten frühere plastische Veränderungen dem späteren Lernen ein strukturelles Gerüst. Diese Hypothesen müssen beim Menschen empirisch geprüft werden, tragen zur Planung geeigneter Forschungsdesigns bei und werden mit grundlegenden offenen Fragen in der Erforschung der menschlichen Plastizität in Zusammenhang gebracht.

Lindenberger, U. (2018). Plasticity beyond early development: Hypotheses and questions. In A. A. Benasich & U. Ribary (Eds.), Emergent brain dynamics: Prebirth to adolescence (pp. 207–223). Cambridge, MA: MIT Press

Entwicklungspsyhologie

Titel:

Entwicklungspsyhologie

Buchcover Entwicklungspsychologie
© Beltz
Bereich: 
Entwicklungspsychologie
Zusammenfassung: 

Was nimmt das Neugeborene wahr? Wie lernen Kinder den Umgang mit Gefühlen? Wann und wie bildet sich unsere Persönlichkeit heraus? Wie verändern sich kognitive Fähigkeiten im Erwachsenenalter? – Die Inhalte der Entwicklungspsychologie sind breit gefächert und anschaulich wie in kaum einem anderen Fachgebiet der Psychologie.

Das Lehrbuch “Entwicklungspsychologie” – von Rolf Oerter und Leo Montada begründet – gilt als das Standardwerk des Fachs. Es wird in der 8. Auflage von Wolfgang Schneider und Ulman Lindenberger herausgegeben.

Entwicklung wird anhand zweier Dimensionen dargestellt, nach Altersstufen (von der vorgeburtlichen Entwicklung bis zum hohen Alter) und nach Funktionsbereichen (wie entwickeln sich Wahrnehmung, Emotion, Kognition, Sprache etc.). Abschließend werden 13 Praxisfelder vorgestellt, u.a. Medien, vorschulische Förderung, Gesundheit und Produktivität im Alter.

Schneider, W., & Lindenberger, U. (Hrsg.). (2018). Entwicklungspsychologie (8. Aufl.). Weinheim: Beltz.

Monsoon feelings: a history of emotions in the rain

Titel:

Monsoon feelings: a history of emotions in the rain

Monsoon feelings: a history of emotions in the rain – Book Cover
© Niyogi Books
Bereich: 
Geschichte der Gefühle
Zusammenfassung: 

Der Monsun ist die Zeit des strömenden Regens und der intensiven Gefühle: Liebe und Sehnsucht, Hoffnung und Furcht, Freude und Schmerz, Hingabe und fröhliche Ausschweifung. In eindrucksvollen Essays, die die regennassen Welten in Poesie, Gesang, Malerei, Architektur, Film, in Gärten, auf Festivals sowie in der Musik und Medizin erforschen, untersucht der reich bebilderte Sammelband die Geschichte der „Monsoon Feelings“ in Südasien vom zwölften Jahrhundert bis zur Gegenwart.

Schofield, K. R., Rajamani, I., & Pernau, M. (Eds.) (2018). Monsoon feelings: a history of emotions in the rain. New Delhi: Niyogi.

Health education films in the twentieth century

Titel:

Health education films in the twentieth century

Cover Health Education Films
© University of Rochester Press
Bereich: 
Geschichte der Gefühle
Zusammenfassung: 

Film wurde im 20. Jahrhundert zu einer revolutionäre Technik, die unterhalten, dokumentieren, aufklären und ein Massenpublikum verändern konnte. Auf dem Gebiet der Medizin und der öffentlicher Gesundheitsfürsorge waren besonders Ärzte, Erzieher, Gesundheitsaufklärer und Politiker begeistert vom Potential der bewegten Bilder bei der Aufklärung über gesundheitsbezogene Themen einschließlich der Aufklärung über sexuell übertragbare Krankheiten, Krebs und Tuberkulose, Rauchen, Alkohol und über Verhütung.

Mit dem Fokus auf die Zeit zwischen 1910 und den 1960er Jahren ist dieses Buch eine erste Untersuchung des Gesundheitsaufklärungsfilm in Europa und Nordamerika. Es untersucht, wie sich eine Vielzahl von Organisationen mit kommerziellen, regierungs-, medizinischem und gesundheitsbehördlichen Hintergrund in Europa und Nordamerika Filmen zuwandte, um die Öffentlichkeit aufzuklären, Verhaltensweisen zu verändern, sowie Ängste und Hoffnungen über Gesundheit, Krankheit und medizinische und durch das Gesundheitswesen veranlasste Interventionen zu steuern. Darüber hinaus behandelt das Buch auch Fragen nach der Repräsentativität bestimmter Filme und das Verhältnis zwischen dem Gesundheitsaufklärungsfilm und anderen Filmformen.

Autoren: Christian Bonah, Tim Boon, David Cantor, Ursula von Keitz, Anja Laukötter, Elizabeth Lebas, Vincent Lowy, Miriam Posner, Kirsten Ostherr, Alexandre Sumpf

Bonah, Ch., Cantor, D., Laukötter, A. (Eds.)(2018). Health education films in the twentieth century. Rochester, NY: University of Rochester Press.

Cognitive costs of decision-making strategies: A resource demand decomposition with a cognitive architecture

Titel:

Cognitive costs of decision-making strategies: A resource demand decomposition with a cognitive architecture

Paper
© Elsevier
Bereich: 
Adaptive Rationalität
Zusammenfassung: 

Viele psychologische Theorien gehen davon aus, dass Denkprozessen verschiedene Strategien zur Verfügung stehen, die sich hinsichtlich ihres kognitiven Aufwands unterscheiden. Doch wie sind diese kognitiven Kosten zu konzeptualisieren, und wie können sie gemessen werden?  Die Autoren schlagen im vorliegenden Paper einen Ansatz vor, der die kognitiven Kosten von Entscheidungsstrategien in die Zeitanteile zerlegt, währenddessen die für die Ausführung der Strategien notwendigen kognitive Ressourcen genutzt werden. Dazu gehören beispielsweise Ressourcen für die Wahrnehmung, Speicherung und Abruf von Informationen, Koordination von mentalen Prozessen, und die motorische Ausführung einer Entscheidung. Dieser Ansatz ist eingebettet in die kognitive Architektur ACT-R (Adaptive Control of Thought – Rational).

Mit Hilfe von ACT-R kann simuliert werden, wie kognitiven Ressourcen bei der Ausführung von Strategien miteinander interagieren; dabei kann auch die Möglichkeit berücksichtigt werden, dass manche Prozesse parallel, andere aber sequentiell ausgeführt werden. Mit ihren Ansatz ermittelten die Autoren die kognitiven Kosten von zwei bekannten Entscheidungsstrategien: Bei der Tallying-Strategie werden für jede Entscheidungsalternativen alle Attribute aufsummiert, die für die Alternative sprechen. Die Alternative mit der höheren Summe wird ausgewählt. Bei der Take-the-best-Strategie werden dagegen die Attribute der Wichtigkeit nach betrachtet; sobald ein Attribut für eine Alternative spricht, wird diese Alternative gewählt, und alle anderen Attribute werden nicht mehr betrachtet. Da Take-the-best somit oft Informationen ignoriert, gilt diese Strategie gemeinhin als einfacher als Strategien wie Tallying. In ACT-R-basierten Simulationen und einer empirischen Studie fanden die Autoren hingegen, dass bei steigenden kognitiven Anforderungen (z.B. im Kontext einer Doppelaufgabe) die Zeitkosten von Take-the-best höher sein können als die Kosten von Tallying. Weitere Analysen zeigten, dass dies dadurch zustande kommt, dass bei Take-the-best höhere Kosten für die Auffrischung und Rekonstruktion von Informationen und die Koordination von mentalen Prozessen anfallen als bei Tallying.

Die Ergebnisse machen deutlich, dass für die Beurteilung der Komplexität (bzw. Einfachheit) von Strategien das gesamte kognitive System berücksichtigt werden muss, in das die Strategien eingebettet sind. Die Verarbeitung von weniger Information kann in gewissen Situationen aufwändiger sein als die Verarbeitung von mehr Information.

Fechner, H. B., Schooler, L. J., & Pachur, T. (2018). Cognitive costs of decision-making strategies: A resource demand decomposition with a cognitive architecture. Cognition, 170, 102-122. doi:10.1016/j.cognition.2017.09.003

Expansion und Renormalisierung der menschlichen Hirnstruktur beim Erlernen neuer Fähigkeiten

Titel:

Expansion und Renormalisierung der menschlichen Hirnstruktur beim Erlernen neuer Fähigkeiten

Cover Trends in Cognitive Science
© Elsevier
Bereich: 
Entwicklungspsychologie
Zusammenfassung: 

Forschung zu Veränderungen des menschlichen Gehirns während des Erlernens neuer Fähigkeiten hat gezeigt, dass das Volumen aufgabenrelevanter Hirnareale ansteigt. Die große Zahl an Fähigkeiten, die Menschen im Laufe ihrer Entwicklung erwerben, spricht jedoch dagegen, dass Plastizität als ständiger Wachstumsprozess des Volumens zu betrachten ist. Auf der Grundlage von Tiermodellen und vorhandenen Theorien befürworten wir das Modell der Expansion und Renormalisierung auch im Bereich der plastischen Veränderungen beim Menschen.

Dieses Modell sagt eine anfängliche Zunahme der grauen Substanz voraus, die möglicherweise das Wachstum neuraler Ressourcen wie Nervenzellen, Synapsen und Gliazellen widerspiegelt. In diesem neuen Gewebe folgt darauf ein Selektionsprozess, nach dessen Abschluss eine komplette oder teilweise Rückkehr zum Ausgangspunkt des Gesamtvolumens erreicht ist. Dieses Modell wirft neues Licht auf vorhandene Forschungsergebnisse und gegenwärtige Diskussionen und begünstigt die Suche nach mechanistischen Erklärungen.

Wenger, E., Brozzoli, C., Lindenberger, U., & Lövdén, M. (2017). Expansion and renormalization of human brain structure during skill acquisition. Trends in Cognitive Sciences, 21,930–939. doi:10.1016/j.tics.2017.09.008  

Siehe auch Pressemitteilung: Das Gehirn veranstaltet eine Casting-Show für verschiedene Zellen

Emotional Cities

Titel:

Emotional Cities

Cover Emotional Cities
© Oxford
Bereich: 
Geschichte der Gefühle
Zusammenfassung: 

Emotional Cities offers an innovative account of the history of cities in the second half of the nineteenth century. Analyzing debates about emotions and urban change, it questions the assumed dissimilarity of the history of European and Middle Eastern cities during this period. The author shows that between 1860 and 1910, contemporaries in both Berlin and Cairo began to negotiate the transformation of the urban realm in terms of emotions. Looking at the ways in which a variety of urban dwellers, from psychologists to bar maids, framed recent changes in terms of their effect on love, honor, or disgust, the book reveals striking parallels between the histories of the two cities. By combining urban history and the history of emotions, Prestel proposes a new perspective on the emergence of different, yet comparable cities at the end of the nineteenth century.

Link zum Verlag:
https://global.oup.com/academic/product/emotional-cities-9780198797562?c...

Prestel, J. B. (2017). Emotional Cities: Debates on Urban Change in Berlin and Cairo, 1860-1910. Oxford: Oxford University Press. ISBN: 978-0-19-879756-2

Die Politik der Demütigung

Titel:

Die Politik der Demütigung

Cover Die Politik der Demütigung
© S. Fischer
Bereich: 
Geschichte der Gefühle
Zusammenfassung: 

Eine Geschichte öffentlicher Demütigung als Inszenierung von Macht: Wie mit Schamgefühlen Politik gemacht wird.
Ob Pranger oder Prügelstrafe – viele Rituale öffentlicher Demütigung wurden seit der Aufklärung in Frage gestellt, gemildert oder abgeschafft. Und doch blieben Demütigung und Beschämung zentrale Mittel der Machtausübung in Kindererziehung, Strafrecht und Politik – dies zeigt Ute Frevert in einem Gang durch 250 Jahre moderner Geschichte. Dazu gehören die Demütigung von Frauen, die sich während des Zweiten Weltkriegs mit deutschen Besatzern eingelassen hatten, ebenso wie die aktuelle juristische Praxis in den USA, Straftäter zu zwingen, ihr Vergehen öffentlich kundzutun. Hierzulande sorgen Medienpranger und Internet dafür, dass öffentliche Beschämung allgegenwärtig bleibt.
Anhand von mal amüsanten, mal verstörenden Begebenheiten erzählt Ute Frevert eine Geschichte von Würde und Ehre, von Macht und Ohnmacht, von Inklusion und Ausschluss in der modernen Gesellschaft.

Verlagslink:
http://www.fischerverlage.de/buch/die_politik_der_demuetigung/9783103972221

Frevert, U. (2017). Die Politik der Demütigung: Schauplätze von Macht und Ohnmacht. Frankfurt: S. Fischer. ISBN: 978-3-10-397222-1

Die Reife des Hippocampus fördert den Detailreichtum des Gedächtnisses in Kindheit und Jugend

Titel:

Die Reife des Hippocampus fördert den Detailreichtum des Gedächtnisses in Kindheit und Jugend

Cover Keresztes
© PNAS
Bereich: 
Entwicklungspsychologie
Zusammenfassung: 

Adaptive Lernsysteme müssen zwei komplementäre und teilweise widersprüchliche Ziele erreichen: Die Erkennung von Gesetzmäßigkeiten in der Welt versus Erinnerung an spezifische Ereignisse. Der Hippocampus (HC) erhält die feine Balance zwischen der Extraktion von Gemeinsamkeiten eintreffender Informationen (d.h., Mustervervollständigung) und der Kodierung sehr ähnlicher Ereignisse in einzigartige Repräsentationen (d.h., Mustertrennung). Histologische Befunde an jungen Rhesusaffen lassen vermuten, dass die Entwicklung des HC durch differenzielle Entwicklung von intrahippocampalen Subfeldern und den assoziierten Netzwerken charakterisiert ist. Der ontogenetische Zeitplan der HC-Subfeldreifung bleibt jedoch wegen der Herausforderungen von in-vivo Untersuchungen dieser Entwicklung umstritten. Die genaue Beschreibung des zeitlichen Ablaufs ist aber wichtig, weil dieser das feine Gleichgewicht zwischen Prozessen der Mustertrennung und Mustervervollständigung beeinflusst, und somit auch die Veränderungen des Lernens und des Gedächtnisses im Verlaufe der Entwicklung. Wir setzen hier Daten hochauflösender struktureller Magnetresonanztomographie von HC-Subfeldern von 6- bis 14-jährigen Kindern und jungen Erwachsenen mit ihren behavioralen Gedächtnisleistungen in Beziehung. Wir identifizieren ein multivariates Profil von altersassoziierten Unterschieden in intrahippocampalen Strukturen und zeigen, dass die durch dieses Profil erfasste Reife des HC mit Altersunterschieden in der differenziellen Kodierung spezifischer Gedächtnisrepräsentationen assoziiert ist.

Bedeutung
Kinder neigen dazu, schematische Wissensinhalte auf Kosten des Lernens und Erinnerns spezifischer Ereignisse zu extrahieren. Unsere Befunde lassen uns vermuten, dass die uneinheitliche Entwicklung von Subregionen des Hippocampus – einer Hirnregion, die für die Bildung neuer Erinnerungen bedeutsam ist – zu dieser Entwicklungsverzögerung im Gedächtnisbereich beiträgt. Wir nutzten hochauflösende strukturelle in-vivo Magnetresonanztomographie (MRT) und Gedächtnistests, um in einer großen Stichprobe von Kindern im Alter von 6 bis14 Jahren und jungen Erwachsenen die Entwicklung des Hippocampus zu beschreiben. Wir konnten zeigen, dass seine Reife, erfasst als das multivariate Muster von altersassoziierten Unterschieden in hippocampalen Subregionen, vor allem mit der Fähigkeit zusammenhängt, höchst spezifische Gedächtnisinhalte zu bilden.

Keresztes, A., Bender, A. R., Bodammer, N. C., Lindenberger, U., Shing, Y. L., & Werkle-Bergner, M. (2017). Hippocampal maturity promotes memory distinctiveness in childhood and adolescence. Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America, 114, 9212–9217. doi:10.1073/pnas.171065411

Siehe auch Pressemitteilung: Das Gedächtnis für Details reift langsam heran

Zornpolitik

Titel:

Zornpolitik

Cover Zornpolitik
© SV
Bereich: 
Geschichte der Gefühle
Zusammenfassung: 

Gäbe es ein Messgerät für die Intensität kollektiver Gefühle, es würde derzeit Spitzenwerte anzeigen: In den politischen Debatten sind vielerorts Wut, Hass und Angst an die Stelle rationaler Argumente und gegenseitiger Rücksichtnahme getreten. Uffa Jensen verfolgt die Ursprünge der Zornpolitik bis ins 19. Jahrhundert zurück und erläutert, wie solche Gefühle der Ablehnung funktionieren. Dabei wird deutlich, dass Emotionen gerade in Auseinandersetzungen über gesellschaftliche Andere wie Flüchtlinge, Muslime oder Juden hochkochen und bewusst instrumentalisiert werden. Aus den historischen Zusammenhängen zwischen Vorurteilen und Gefühlen leitet Jensen Strategien ab, mit denen wir der aktuellen Welle des politischen Furors begegnen können. http://www.suhrkamp.de/buecher/zornpolitik-uffa_jensen_12720.html

Jensen, U. (2017). Zornpolitik. Suhrkamp Verlag (edition suhrkamp 2720). ISBN: 978-3-518-12720-9