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Maskiertes morphologisches Priming bei deutsch-sprachigen Erwachsenen und Kindern: Ergebnisse auf Grundlage von Reaktionszeitverteilungen

Titel:

Maskiertes morphologisches Priming bei deutsch-sprachigen Erwachsenen und Kindern: Ergebnisse auf Grundlage von Reaktionszeitverteilungen

Masked morphological priming in German-speaking adults and children: Evidence fr
© Frontiers
Bereich: 
MPFG "REaD" | Schriftspracherwerb und Leseentwicklung
Zusammenfassung: 

Die Studie untersucht maskiertes morphologisches Priming bei deutsch-sprachigen Kindern und Erwachsenen unter Berücksichtigung von Reaktionszeitverteilungen. Primingeffekte von suffigierten Wörtern (kleidchen-KLEID), suffigierten Nichtwörtern (kleidtum-KLEID), nicht-suffigierten Nichtwörtern (kleidekt-KLEID) und Kontrollwörtern (träumerei-KLEID) wurden verglichen. Das Ergebnismuster für Erwachsene zeigt verkürzte Reaktionszeiten durch suffigierte Wörter, suffigierte Nichtwörter und nicht-suffigierte Nichtwörter als Primes im Vergleich zu Kontrollwortprimes, und durch beide suffigierte Primes im Vergleich zu nicht-suffigierten Primes. Dieses Muster weist auf morpho-orthographische Effekte und embedded stem priming hin. Kinder zeigen ebenfalls verkürzte Reaktionszeiten durch suffigierte Wörter, suffigierte Nichtwörter und nicht-suffigierte Nichtwörter im Vergleich zu Kontrollwortprimes, aber keine Unterschiede zwischen den suffigierten und nicht-suffigierten Primes. Dies spricht dafür, dass deutsch-sprachige Grundschüler keine morpho-orthographische Segmentierung verwenden. Für alle Primingeffekte wurde eine Verschiebung der Reaktionszeitverteilung beobachtet. Daraus resultierende Konsequenzen für Theorien der morphologischen Verarbeitung werden diskutiert.

Hasenäcker, J., Beyersmann, E., & Schroeder, S. (2016). Masked morphological priming in German-speaking adults and children: Evidence from response time distributions. Frontiers in Psychology, 7: 929.
doi:10.3389/fpsyg.2016.00929