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Expansion und Renormalisierung der menschlichen Hirnstruktur beim Erlernen neuer Fähigkeiten

Titel:

Expansion und Renormalisierung der menschlichen Hirnstruktur beim Erlernen neuer Fähigkeiten

Cover Trends in Cognitive Science
© Elsevier
Bereich: 
Entwicklungspsychologie
Zusammenfassung: 

Forschung zu Veränderungen des menschlichen Gehirns während des Erlernens neuer Fähigkeiten hat gezeigt, dass das Volumen aufgabenrelevanter Hirnareale ansteigt. Die große Zahl an Fähigkeiten, die Menschen im Laufe ihrer Entwicklung erwerben, spricht jedoch dagegen, dass Plastizität als ständiger Wachstumsprozess des Volumens zu betrachten ist. Auf der Grundlage von Tiermodellen und vorhandenen Theorien befürworten wir das Modell der Expansion und Renormalisierung auch im Bereich der plastischen Veränderungen beim Menschen.

Dieses Modell sagt eine anfängliche Zunahme der grauen Substanz voraus, die möglicherweise das Wachstum neuraler Ressourcen wie Nervenzellen, Synapsen und Gliazellen widerspiegelt. In diesem neuen Gewebe folgt darauf ein Selektionsprozess, nach dessen Abschluss eine komplette oder teilweise Rückkehr zum Ausgangspunkt des Gesamtvolumens erreicht ist. Dieses Modell wirft neues Licht auf vorhandene Forschungsergebnisse und gegenwärtige Diskussionen und begünstigt die Suche nach mechanistischen Erklärungen.

Wenger, E., Brozzoli, C., Lindenberger, U., & Lövdén, M. (2017). Expansion and renormalization of human brain structure during skill acquisition. Trends in Cognitive Sciences, 21,930–939. doi:10.1016/j.tics.2017.09.008  

Siehe auch Pressemitteilung: Das Gehirn veranstaltet eine Casting-Show für verschiedene Zellen