Das sind wir: Freiwilliges Soziales Jahr in der Wissenschaft
Wie sieht ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Wissenschaft aus? Zwei FSJler aus dem Bereich Scientific Technology & Computing (STC) geben Einblicke in ihren Arbeitsalltag am MPIB zwischen technischem Support, Forschung und eigenverantwortlichen Projekten. Im Interview erzählen sie, welche Erfahrungen sie besonders geprägt haben und wie das FSJ ihre beruflichen Perspektiven beeinflusst.
Was hat euch zu eurem FSJ bewegt?
Sarah: Mein langfristiges Ziel ist es, Psychologie zu studieren. Dabei sehe ich das FSJ als wichtigen Schritt, um mich praktisch auf den akademischen Weg vorzubereiten. Vor allem hat mich die Aussicht motiviert, den Forschungsalltag aus der Nähe zu erleben.
Theodore: Ich strebe eine Karriere in der Neurowissenschaft an. Das FSJ am MPIB bot/bietet mir die Möglichkeit, vor meinem Studium echte Forschungspraxis zu erleben und zu verstehen, wie wissenschaftliche Arbeit im Alltag wirklich aussieht — nicht nur in der Theorie.
Wie seid ihr auf das MPIB gekommen?
Sarah: Während meiner Recherche bin ich auf die Website vom MPIB aufmerksam geworden. Die Forschungsbereiche hier am Institut haben mein besonderes Interesse geweckt. Da ich mir in diesem Feld erste fundierte Einblicke gewinnen und mein Wissen erweitern wollte, war das Institut für mich die erste Wahl.
Theodore: Mich hat besonders der Forschungsschwerpunkt des Instituts angesprochen, insbesondere die Verbindung von kognitiver Entwicklung und neurowissenschaftlicher Methodik. Das MPIB erschien mir als idealer Ort, um erste eigene Forschungserfahrungen zu sammeln.
Was gehört zu euren täglichen Aufgaben?
Sarah: In unserem Bereich reichen die Aufgabengebiete von Lab Management bis Technical Support. In meinem Arbeitsalltag unterstütze ich mein Team bei organisatorischen Aufgaben, habe aber auch die Freiheit, mir meine Aufgaben selbst zu gestalten. Dadurch ist mein Alltag sehr dynamisch und abwechslungsreich. Aktuell unterstütze ich auch ein Forschungsteam bei der Durchführung und Planung einer Studie. Ich schätze diese Vielfalt sehr, da sie mir ermöglicht, immer etwas Neues zu lernen.
Theodore: Mein Aufgabenbereich ist sehr vielfältig. Auf der technischen Seite habe ich unter anderem Bedienungsanleitungen für den CNC-Fräser und den Multimaterial-3D-Drucker erstellt, die Intranet-Dokumentation der Abteilung überarbeitet und das Raumverwaltungssystem aktualisiert. Darüber hinaus habe ich ein eigenes Forschungsprojekt initiiert, das sich mit der Reduktion von Angst und Klaustrophobie bei MRT-Untersuchungen befasst.
Was macht euch besonders Spaß?
Sarah: Viele meiner Kollegen kommen aus unterschiedlichen Bereichen und bringen verschiedenes Vorwissen und Kompetenzen mit. Es macht mir viel Freude, von ihnen zu lernen und bei ihrer Arbeit mitzuhelfen. Besonders motivierend ist für mich zu sehen, dass ein Weg in die Wissenschaft nicht immer linear verläuft.
Theodore: Ich schätze besonders die Freiheit, eigene Ideen einzubringen und selbstständig zu arbeiten. Es macht mir große Freude, komplexe Probleme systematisch zu durchdenken und konkrete Lösungsansätze zu entwickeln, egal ob technischer oder wissenschaftlicher Natur.
Habt ihr neue Fähigkeiten oder Stärken an euch entdeckt?
Sarah: Bisher habe ich für mich festgestellt, dass ich viel Lernbereitschaft und Neugier mitbringe. Ich habe den Eindruck, dass die Arbeit zu mir passt, und ich möchte diese Offenheit nutzen, um mich fachlich weiterzuentwickeln.
Theodore: Ich habe gemerkt, dass ich gut darin bin, mich selbstständig in neue Themengebiete einzuarbeiten — auch in solche, die weit außerhalb meines bisherigen Erfahrungsbereichs liegen. Die Arbeit am Institut hat mir gezeigt, dass wissenschaftliches Denken und praktisches Problemlösen eng miteinander verbunden sind.
Gibt es etwas, dass ihr noch unbedingt lernen wollt?
Sarah: In den letzten Monaten habe ich schon viel dazugelernt und bin sehr dankbar für diese Erfahrungen. Für die Zukunft erhoffe ich mir, die Wissenschaft weiterhin hier unterstützen zu dürfen, um meine gewonnenen Eindrücke zu vertiefen und mich weiter einzubringen.
Theodore: Ich möchte in den verbleibenden Monaten meines FSJ noch enger mit Kindern arbeiten, um direkte Einblicke in frühe Entwicklungsprozesse zu gewinnen. Das würde mein Forschungsprojekt zur MRT-Angst bei Kindern unmittelbar bereichern und meine Vorbereitung auf das Neurowissenschaftsstudium vertiefen.
Gibt es etwas, dass ihr an dem Institutsumfeld besonders schätzt?
Sarah: Ich fühle mich hier gut aufgehoben. Das Arbeitsklima ist sehr angenehm und ich merke, dass die Mitarbeiter hier mit Leidenschaft an ihren Projekten arbeiten. Es ist schön, Teil dieses Umfelds zu sein.
Theodore: Besonders schätze ich, dass die Vorgesetzten stets hilfsbereit, verständnisvoll und offen sind. Es herrscht eine motivierende Atmosphäre, in der man als FSJler eigene Ideen tatsächlich umsetzen kann — sei es durch abwechslungsreiche praktische Aufgaben wie die Reparatur und Bedienung moderner 3D-Drucker, den Aufbau von Bewässerungssystemen oder das Erlernen nützlicher Software wie WordPress, Python und Adobe Photoshop. Hinzu kommt, dass Feedback schnell und unkompliziert über Mattermost erfolgt, was die Zusammenarbeit sehr angenehm macht. Nicht zuletzt schätze ich die Freiheit, nebenbei auch eigene Projekte verfolgen zu dürfen — das ist keineswegs selbstverständlich und macht das MPIB zu einem besonders wertvollen Umfeld für ein FSJ in der Wissenschaft.
Hat das FSJ eure Zukunftspläne beeinflusst? Könnt ihr euch vorstellen, später in diesem Bereich zu arbeiten?
Sarah: Das FSJ hat mich in meinem Wunsch bestärkt, in der Wissenschaft zu arbeiten. Das entspricht genau meinem beruflichen Ziel und ich kann mir gut vorstellen, diesen Weg weiterzugehen.
Theodore: Das FSJ hat meine Überzeugung, Neurowissenschaftler werden zu wollen, deutlich bestärkt. Ab September 2026 werde ich Neurowissenschaften studieren — und die Erfahrungen, die ich hier gesammelt habe, werden diesen Weg maßgeblich prägen.












