Wilhelm-Wundt-Medaille 2026 für Ralph Hertwig 

Höchste Auszeichnung der DGPs für Forschung zu menschlichen Entscheidungen 

Die Deutsche Gesellschaft für Psychologie (DGPs) verleiht Ralph Hertwig, Direktor des Forschungsbereichs Adaptive Rationalität am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, die Wilhelm-Wundt-Medaille 2026. Mit ihrer höchsten wissenschaftlichen Auszeichnung würdigt die DGPs Hertwigs herausragende Leistungen in der psychologischen Grundlagenforschung und seinen nachhaltigen Beitrag zur Weiterentwicklung des Fachs. 

Hertwig zählt international zu den führenden Forschern der Entscheidungspsychologie. Seine Arbeiten zu begrenzter und ökologischer Rationalität, Risikowahrnehmung und erfahrungsbasiertem Entscheiden haben das Fach maßgeblich geprägt. Hertwigs Forschung befasst sich mit der Frage, wie Menschen unter Unsicherheit Entscheidungen treffen und wie sie dabei besser unterstützt werden können. Seine Arbeiten liefern unter anderem Erkenntnisse für die Gesundheitsvorsorge, den Umgang mit Risiken, die Gestaltung wirksamer Verbraucher- und Gesundheitspolitik sowie den verantwortungsvollen Einsatz digitaler Technologien. Mit dem von ihm entwickelten Konzept des „Boosting“ schuf er zudem evidenzbasierte Ansätze, die Menschen dabei unterstützen, fundierte Entscheidungen zu treffen und ihre Selbstkontrollkompetenzen zu stärken. Als Mitglied wissenschaftlicher Akademien, etwa der Deutschen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, berät Hertwig zudem zu gesellschaftlich relevanten Themen wie zur Bekämpfung von Übergewicht, der COVID-19-Pandemie, den Auswirkungen sozialer Medien auf die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen sowie dem Zusammenhang zwischen digitalen Medien und Demokratie. 

In ihrer Begründung heben Jury und Vorstand der DGPs insbesondere Hertwigs exzellente theoriebasierte Grundlagenforschung hervor, die sich konsequent an gesellschaftlich relevanten Fragestellungen orientiere und wissenschaftlich fundierte Lösungsansätze entwickle. Seine interdisziplinäre Zusammenarbeit mit den Informatik-, Rechts- und Wirtschaftswissenschaften habe die Reichweite und praktische Anwendbarkeit seiner Forschung maßgeblich erweitert.  

DGPs-Präsidentin Eva-Lotta Brakemeier betont: „Professor Ralph Hertwig steht in besonderer Weise für eine Psychologie, die wissenschaftliche Exzellenz mit gesellschaftlicher Verantwortung verbindet. Seine Forschung zeigt eindrucksvoll, wie fundierte psychologische Grundlagenforschung dazu beitragen kann, Menschen dabei zu unterstützen, bessere Entscheidungen zu treffen – in Politik, Wirtschaft, Recht und Alltag. Diese außergewöhnliche Verbindung von theoretischer Tiefe, interdisziplinärer Offenheit und gesellschaftlicher Wirksamkeit macht ihn zu einem überaus würdigen Träger der Wilhelm-Wundt-Medaille.“ 

Die DGPs ist eine Vereinigung der in Forschung und Lehre tätigen Psycholog*innen. Die Verleihung der Wilhelm-Wundt-Medaille, die zugleich mit einer Ehrenmitgliedschaft in der DGPs verbunden ist, findet am 7. September 2026 im Rahmen des 54. DGPs-Kongresses in Luxemburg statt. 

Weitere Informationen zur Auszeichnung auf der DGPs-Webseite: DGPs - Wilhelm-Wundt-Medaille 

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