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Forschungsbereiche

Der Forschungsbereich Adaptives Verhalten und Kognition (Direktor: Gerd Gigerenzer) untersucht menschliche Rationalität, insbesondere Risikoverhalten und Entscheidungen in einer unsicheren Welt. Die Forschung befasst sich mit (1) den einfachen kognitiven und emotionalen Heuristiken, die Laien und Experten verwenden, um Entscheidungen bei begrenztem Wissen zu treffen, (2) sozialer Intelligenz in Kooperation und Wettstreit und (3) dem Verstehen von statistischen Risiken im Alltag.

Im Forschungsbereich Entwicklungspsychologie (Direktor: Ulman Lindenberger) werden menschliche Entwicklungsverläufe während der gesamten Lebensspanne und im Hinblick auf etwaige Optimierungstrategien analysiert. Die Forschungsarbeiten beschäftigen sich mit kognitiven, persönlichkeitsbezogenen und sozialpsychologischen Aspekten der Entwicklung von Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und älteren Menschen. Schwerpunkte sind die Untersuchung von psychischer Entwicklungsregulation, Handlungskontrolle, Weisheit, Intelligenz, Gedächtnis und Informationsverarbeitung.

Haben Gefühle eine Geschichte? Und: Machen Gefühle Geschichte? Diese Fragen stehen im Zentrum des Forschungsbereichs Die Geschichte der Gefühle (Direktorin: Ute Frevert). In engem Gespräch mit Psychologen und Erziehungswissenschaftlern, aber auch mit Ethnologen, Soziologen, Literatur-, Kunst- und Musikwissenschaftlern erkunden Historiker die Gefühlsordnungen der Vergangenheit. Sie gehen davon aus, dass Gefühle – Empfindungen und ihr Ausdruck – kulturell geformt und sozial erlernt werden. Zeitlich konzentriert sich die Analyse auf das 18., 19. und 20. Jahrhundert; räumlich geht es um eine Kontrastierung europäisch-westlicher und südasiatischer Gesellschaften.

Max-Planck-Forschungsgruppen

Die Max-Planck-Forschungsgruppe Affekt im Lebensverlauf (Leiterin: Michaela Riediger) untersucht Altersunterschiede in affektiven Erfahrungen und in den Fähigkeiten, eigene Gefühle zu regulieren und Gefühle anderer Personen zu verstehen. Der Forschungsansatz kombiniert eine neu entwickelte Experience-Sampling Technologie mit psychophysiologischen Messungen und experimentellen Paradigmen. Er berücksichtigt zudem, dass emotionale Entwicklung von den sozialen Kontexten, in denen sie sich vollzieht, beeinflusst wird.

Die Arbeit der Max-Planck-Forschungsgruppe Gefühlte Gemeinschaften? Emotionen im Musikleben Europas (Leiter: Sven Oliver Müller) zielt auf die historische Entwicklung der von Musik ausgelösten Emotionen im 19. und 20. Jahrhundert. Im Fokus der Untersuchungen stehen Emotionen als öffentliche Form der Kommunikation. Ziel dieses Ansatzes ist, die Rolle der Musik für die  emotionale Konstruktion von Gemeinschaften zu entschlüsseln.

Die Max-Planck-Forschungsgruppe REaD (Reading Education and Development, Leiter: Sascha Schroeder) untersucht den Schriftspracherwerb von Schülerinnen und Schülern in der Grundschule und seine Interaktion mit der kognitiven Entwicklung im Kindes- und Jugendalter. Hierfür werden längsschnittliche und experimentelle Paradigmen miteinander kombiniert, mit denen sich die Entwicklung leserelevanter Prozesse erfassen und modellieren lassen. Dadurch sollen relevante Bedingungsfaktoren für die Entwicklung guter Leseleistungen identifiziert und mögliche Gegenmaßnahmen bei schlechter Lesekompetenz untersucht werden

IMPRS LIFE

Das internationale Max-Planck-Doktorandenprogramm LIFE (Research School on the Life Course) beschäftigt sich mit der Ausbildung in Forschungsmethoden zur Untersuchung der systematischen Veränderungen menschlichen Verhaltens in evolutionärer und ontogenetischer Zeit. Die allgemeine Zielsetzung ist die Stärkung der Forschung über die menschliche Entwicklung über die gesamte Lebensspanne in den Sozial- und Verhaltenswissenschaften.

IMPRS Uncertainty

Das Ziel des internationalen Max-Planck-Doktorandenprogramms Adaptive Behavior in a Fundamental Uncertain World (Uncertainty School) ist die Erforschung kognitiver, sozialer und organisatorischer Anpassungen von Individuen, Gruppen und Institutionen in unsicheren und veränderlichen Situationen. Das Programm kombiniert eine stark theoretische Ausrichtung mit praktischen Anwendungen.

IMPRS Moral Economies

Die IMPRS Moral Economies erforscht die „Moralische Ökonomien moderner Gesellschaften“, indem sie Entwicklung und Wandel von sozialen Werten, Gefühlsregimen und Habitus in sozialen Formationen Europas, Nordamerikas und Südasiens seit dem 18. Jahrhundert untersucht. Forschung und Curriculum konzentrieren sich dabei stark auf die Verflechtung von Emotionen und Wertvorstellungen, deren Entstehen, Definitionen, Strukturen und Praktiken.

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Harding Zentrum

Der Umgang mit Risiken in einer modernen, technologischen Welt steht im Fokus des Harding Zentrums für Risikokompetenz (Direktor: Gerd Gigerenzer). Die Forschungsergebnisse und Schulungsangebote sollen dabei helfen, Risiken kompetent und richtig zu beurteilen.