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Ehre und Schande: Soziale Gefühle und politische Praktiken im 20. Jahrhundert

Ruhm und Ehre
© Olaf2

Ehre und Schande sind soziale Emotionen par excellence. Sie strukturieren nicht nur interpersonale Beziehungen, sondern spielen auch eine bedeutende Rolle in der Innen- und Außenpolitik. Die europäischen Gesellschaften des 19. und frühen 20. Jahrhunderts zeigten sich höchst sensibel, wenn es um persönliche und nationale Ehre ging. Der Staat schützte die Ehre seiner Bürger; zugleich inszenierte er Konflikte mit anderen Staaten als Ehrkonflikte. Militärische Niederlagen wurden dementsprechend als Schande und Ehrverlust verbucht und gingen mit Beschämungspraktiken einher, die die enge Verbindung von sozialer, nationaler und Geschlechter-Ehre sinnfällig demonstrierten.

Das Projekt untersucht die verbalen und non-verbalen Sprachen von Ehre und Schande in Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Italien.  Es konzentriert sich auf das lange 20. Jahrhundert und zieht Traditionslinien nach, die in der Ära von Massenpolitik und Nationalismus neue Bedeutungen annahmen. Es rekonstruiert diese Bedeutungen gezielt für die Zwischenkriegszeit, fragt aber auch nach Kontinuitäten über 1945 hinaus, vor allem mit Blick auf antikoloniale Konflikte und Kriege.

Illustration: Gedenktafel an Tote von 1919, Magdeburg

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