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Wissenschaft der Emotionen. Eine Genealogie der Emotionsforschung 1860-2000

Wie wir heute über Emotionen sprechen und das Verhältnis, das wir zum Ausdruck von Emotionen haben, geht auch auf die naturwissenschaftliche Rekonfiguration des Begriffs der „Emotion“ zurück, die in der Physiologie und experimentellen Psychologie des 19. Jahrhunderts in Deutschland seinen Ausgang nahm. Dieser Emotionsbegriff liegt stillschweigend der heutigen Emotionsforschung zugrunde und lässt sich durch das gesamt zwanzigste Jahrhundert bis zum „emotional turn“ verfolgen.
Dieses Projekt versucht eine wissenschaftshistorische Analyse des Metabegriffs der Emotionen mit dem Schwerpunkt auf das späte 19. Jh. und frühe 20.Jh. in Deutschland, Frankreich und den Vereinigten Staaten. Es fragt erstens nach der Entstehung des naturwissenschaftlichen Emotionsbegriffs, zweitens nach dem Wandel des Emotionsbegriffs im Zuge der wissenschaftlichen Erforschung von Emotionen im transnationalen Dialog, und drittens nach den sozio-kulturellen Resonanzen einer einheitlichen (natur)wissenschaftlichen Kategorie der Emotion. Hierfür werden Monographien und Textbücher aus der Physiologie und Psychologie sowie populärwissenschaftliche Abhandlungen über Emotionen herangezogen, unter besonderer Berücksichtigung der Werke der Begründer der experimentellen Psychologie in Deutschland, Frankreich und den Vereinigten Staaten.