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Zivilgesellschaft, Zivilität und die Kontrolle von Emotionen

Während Zivilgesellschaft traditionell im Hinblick auf ihre Verortung zwischen Staat, Wirtschaft und der Privatsphäre definiert wurde, steht bei neueren Forschungen der Begriff der Zivilität im Vordergrund, d.h. die Art und Weise, in der die Akteure miteinander umgingen. Dies impliziert immer auch einen bestimmten Umgang mit Emotionen, den eigenen und denen der anderen.
Dieser Ansatz erlaubt es nicht nur, die Emotionsgeschichte mit der Sozialgeschichte zu verknüpfen und damit nach dem historischen und sozialen "Woher" von Gefühlen zu fragen, sondern ermöglicht es auch, die Bedeutung von Emotionen für bestimmte politische Strukturen und Entwicklungen zu erfassen.
Die Untersuchung der Zivilität im interkulturellen Vergleich ist fokussiert auf indo-muslimische Entwicklungen seit dem 18. Jahrhundert. Wann und wie erhielt der Begriff civility Eingang in indische Diskussionen? Welches waren die schon vorhandenen Vorstellungen zu diesem Bereich (etwa in der Hofkultur, in der Religion oder in der Medizin), wie beeinflussten sie die Rezeption der kolonialen Ideen?
Wir werden uns auf dabei auf folgenden Fragen konzentrieren: Welche Gefühle können, welche müssen ausgedrückt werden? Welche müssen unterdrückt werden? Wie werden Emotionen in Verhaltensnormen umgesetzt? Wie und durch welche Institutionen werden sie gelernt und gelehrt? Wie wird diese Umsetzung kontrolliert und sanktioniert? Wie erfolgreich ist sie?

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