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“Die zarte Blume - abgeschnitten in ihrer Blüte”. Kindergräber und Emotionen auf italienischen Friedhöfen im 19. und 20. Jahrhundert

Die Veränderungen der demographischen Verhältnisse und der kulturellen Ansichten im 19. Jahrhundert waren zwei langsame und miteinander verflochtene Prozesse, die auch die Lebensbedingungen der Kinder aus der italienischen Oberschicht beeinflussten. Die Erwachsenen investierten immer mehr - sowohl emotional als auch wirtschaftlich - in ihre Nachkommen. Dies wirkte sich auch aus auf die Art wie Familien den Tod ihres Sohnes oder ihrer Tochter wahrnahmen und damit umgingen. Die europäische Friedhofskultur des 19. und 20. Jahrhunderts in Bezug auf verstorbene Kinder ist aus historiographischer Sicht fast eine terra incognita; vor allem aus der Perspektive der Geschichte der Gefühle. Die Analyse von Grabmälern auf italienischen Friedhöfen und Archivstudien bieten die Möglichkeit zumindest teilweise  zu verstehen, welche Arten von Emotionen wie ausgedrückt wurden, wie die Darstellungen sich im Laufe der Zeit veränderten und welche Bedeutung das Alter und das Geschlecht des gestorbenen Kindes für den Ausdruck dieser Emotionen hatte.