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Der emotionale Mann: Jugend, informelle Erziehung und der männliche Bürger in Großbritannien, 1880-1914

In der Forschung wurde die Freiwilligenbewegung von 1914 bisher meist als Ausdruck von Hurrapatriotismus und militaristischen Strömungen der späten viktorianischen und edwardianischen Epochen im Zusammenspiel mit der unrealistischen Erwartung eines kurzen Krieges gesehen. Andere Erklärungen für den freiwilligen Zustrom junger Männer in das britische Herr bei Ausbruch des ersten Weltkrieges blieben dabei unbeachtet.
Ein besonderer Fokus des Projekts liegt daher auf der Reinterpretation der Ereignisse von 1914 mit Blick auf den Emotionen, die im Zusammenhang mit Moral, Verantwortung gegenüber der Familie und mit den Vorstellungen von christlichem Charakter und Mäßigung gesehen wurden. Letztere waren eng verknüpft mit dem Ausdruck religiöser Emotionen.
Das Ansprechen von Emotionen und die „richtigen“ emotionalen Reaktionen auf diese wichtigen Themen waren der Schlüssel bei der Formung der nächsten Generation von Männern. Diese informelle moralische und emotionale Erziehung wurde durch Populärkultur und Jugendorganisationen vermittelt.
Das Projekt verbindet Forschung über die Geschichte von Gefühlen mit einer Untersuchung der Fundamente der Gesellschaft und dem Platz des Individuums darin: Familie, Religion und Staatsbürgerschaft.
Meine Definition von Staatsbürgerschaft zeigt die historische Vielschichtigkeit des Begriffs einschließlich seiner emotionalen Resonanz.
Entscheidend ist, dass dieser Begriff mit zukünftiger Vaterschaft verbunden wurde: Gute Väter sind auch gute Staatsbürger. Zusätzlich wird untersucht wie die zunehmende Professionalisierung der Disziplinen Erziehung, Sozialarbeit und besonders auch Psychologie die informelle Erziehung von Jungen und auch die Wahrnehmung ihrer Kindheit und Jugend veränderte.

Kontakt

Conference Announcement

The conference "Childhood, Youth and Emotions in Modern History" will be held from November 29 to December 1, 2012 at the Institute for Human Development, Centre for the History of Emotions, in Berlin and is organized by Stephanie Olsen and Juliane Brauer. Peter N. Stearns, Provost and Professor of History at George Mason University, will give the keynote address.

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