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Sofja-Kovalevskaja-Forschungsgruppe

Sofja-Kovalevskaja-Forschungsgruppe zur Plastizität von Gehirn und Verhalten im jungen und alten Erwachsenenalter

Diese Forschungsgruppe wurde von Martin Lövdén geleitet und behandelte folgende Themen: Altersassoziierte Abnahmen in Fähigkeiten wie Arbeitsgedächtnis, episodischem Gedächtnis und räumliche Orientierung beginnen um das 65. Lebensjahr. Verschiedene Individuen weisen aber unterschiedliche Leistungsniveaus und Veränderungsraten auf. Epidemiologische Untersuchungen weisen darauf hin, dass Menschen mit einem Lebensstil, der reich an mentaler, physischer und sozialer Stimulation ist, eine geringere kognitive Leistungsminderung im Alter erfahren. Wir wissen jedoch wenig über die Mechanismen, durch die Erfahrungen das kognitive Altern modulieren. Zum Beispiel wissen wir nicht, ob der positive Einfluss eines bereicherten Lebensstils durch direkte Effekte mentaler Stimulation hervorgerufen werden oder indirekte Wege wie die Vermeidung negativer Einflüsse auf die Kognition (z.B. Depression, Stress oder Durchblutungsstörungen) nimmt. Die Sofja-Kovalevskaja-Forschungsgruppe führte in Kooperation mit anderen verschiedene Studien durch, die unten kurz vorgestellt werden.

Sofja Kovalevskaja

Sofja Kovalevskaja

Sofja Kovalevskaja wurde am 15. Januar 1850 in Moskau geboren und starb am 29. Januar 1891 in Stockholm. Sie war eine bedeutende russische Mathematikerin und promovierte 1874 mit der Arbeit "Zur Theorie der partiellen Differentialgleichungen" an der Universität Göttingen. 1889 wurde sie in Stockholm die erste Mathematikprofessorin überhaupt. Der nach ihr benannte Preis des Bundesministeriums für Bildung und Forschung wird seit 2002 alle zwei Jahre von der Alexander von Humboldt-Stiftung an junge Wissenschaftler verliehen.

SPACE

Diese Studie der Sofja-Kovalevskaja-Forschungsgruppe erfolgte im Rahmen des Projektes "Sensomotorische und kognitive Entwicklung". Sie untersuchte die Plastizität räumlicher Navigationsleistungen und der zugrundeliegenden Hirnstrukturen in jüngeren und älteren Erwachsenen.

Wissenschaftler: Martin Lövdén, Nils Bodammer, Ulman Lindenberger, Sabine Schaefer

Doktorand: Hannes Noack

Kooperierende Wissenschaftler: Lars Bäckman (Karolinska Institute, Stockholm), Emrah Düzel (University College London & Universität Magdeburg), Simone Kühn (Ghent University)

COGITO

In Zusammenarbeit mit dem Projekt "Die Dynamik individueller Variabilität über die Lebensspanne" untersucht diese Studie die Plastizität von Intelligenz und der zugrundeliegenden Hirnstrukturen in jüngeren und älteren Erwachsenen. Je 100 jüngere und ältere Erwachsene machten in 100 täglichen Sitzungen Aufgaben zur Wahrnehmungsgeschwindigkeit, episodischem und Arbeitsgedächtnis. Substichproben wurden vor und nach dem Training mit MRT, DTI, funktioneller MRT und EEG untersucht.

Wissenschaftler: Florian Schmiedek, Martin Lövdén, Annette Brose, Nils Bodammer, Ulman Lindenberger

Doktorandin: Julia K. Wolff (inzwischen Deutsches Zentrum für Alterfragen)

Kooperierende Wissenschaftler:  Emrah Düzel (University College London & Universität Magdeburg), Simone Kühn (Ghent University), Naftali Raz (Wayne State University)

Dolmetscher-Studie

Dolmetscherrekruten des schwedischen Militärs lernen innerhalb eines Jahres von Grund auf eine neue Sprache bis zu einem muttersprachähnlichen Niveau. In dieser Studie werden die kognitiven Leistungen der Dolmetscher vor und nach der Phase intensivsten Sprachtrainings getestet. Außerdem werden Gehirnstruktur und -funktionen vor und nach dem Spracherwerb untersucht. Eine neue Versuchsreihe wird derzeit in Zusammenarbeit mit dem ConMem-Projekt durchgeführt.

Wissenschaftler: Martin Lövdén, Nils Bodammer

Doktorand: Johan Mårtensson (Lund University)

Kooperierende Wissenschaftler: Mikael Johansson (Lund University), Magnus Lindgren (Lund University), Lars Nyberg (Umeå University)

Hintergrund

Martin Lövdén erhielt 2006 den Sofja-Kovalevskaja-Preis der Alexander von Humboldt-Stiftung. Dieser vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanzierte Preis in Höhe von einer Million Euro ermöglicht es jungen Wissenschaftlern aus dem Ausland, ihre eigenen Forschungsgruppen an einer deutschen Universität oder außeruniversitären Forschungseinrichtung ihrer Wahl zu etablieren. Die Förderung lief vier Jahre (2007–2010).

Neues Projekt

Literatur

Lövdén, M., Bäckman, L., Lindenberger, U., Schaefer, S., & Schmiedek, F. (2010). A theoretical framework for the study of adult cognitive plasticity. Psychological Bulletin, 136, 659–676. doi: 10.1037/ a0020080

Lövdén, M., Bodammer, N. C., Kühn, S., Kaufmann, J., Schütze, H., Tempelmann, C., et al. (2010). Experience-dependent plasticity of white-matter microstructure extends into old age. Neuropsychologia, 48, 3878–3883. doi: 10.1016/ j.neuropsychologia.2010.08.026

Lövdén, M., Ghisletta, P., & Lindenberger, U. (2005). Social participation attenuates decline in perceptual speed in old and very old age. Psychology and Aging, 20, 423–434. doi: 10.1037/0882-7974.20.3.423

Lövdén, M., Schaefer, S., Noack, H., Kanowski, M., & Kaufmann, J. (2011). Performance-related increases in hippocampal N-acetylaspartate (NAA) induced by spatial navigation training are restricted to BDNF Val homozygotes. Cerebral Cortex, 21, 1435–1442. doi: 10.1093/cercor/bhq230

Mårtensson, J. & Lövdén, M. (2011). Do intensive studies of a foreign language improve associative memory performance? Frontiers in Psychology, 2: 12. doi: 10.3389/fpsyg.2011.00012
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