EnglishDeutsch

Social Cues at Encoding Affect Memory in Four-Month-Old Infants

Title:

Social Cues at Encoding Affect Memory in Four-Month-Old Infants

Kopp & Lindenberger 2011 Cover
Bereich: 
Entwicklungspsychologie
Zusammenfassung: 

Es ist aufgrund vielfältiger Belege davon auszugehen, dass Kleinkinder schon in der zweiten Hälfte ihres ersten Lebensjahres soziale Hinweisreize Erwachsener zum Lernen nutzen. Man weiß jedoch wenig über die kurz- oder langfristigen Auswirkungen von Interaktionen in Form von geteilter Aufmerksamkeit („joint attention“) auf das Lernen und Gedächtnis von jüngeren Kleinkindern. In dieser Studie wurden viermonatige Säuglinge unter einer von zwei verschiedenen Versuchsbedingungen mit visuell präsentierten Objekten vertraut gemacht: in einem Fall war das Ausmaß der geteilten Aufmerksamkeit hoch, im anderen niedrig. Die Gehirnaktivität in Reaktion auf vertraute und neue Gegenstände wurde unmittelbar nach der Gewöhnungsphase (sofortige Rekognition) und nach einer einwöchigen Verzögerung (verzögerte Rekognition) gemessen. Die Latenz der Nc-Komponente differenzierte zwischen der Erkennung von alten versus neuen Gegenständen. Bei verzögerter Rekognition wurden Pb-Amplitude und -Latenz durch geteilte Aufmerksamkeit beeinflusst. Außerdem unterschieden sich die Häufigkeiten der kindlichen Blicke zur Versuchsleiterin in der Gewöhnungsphase zwischen den beiden Gruppen und modulierten die Pb-Antwort. Die Ergebnisse zeigen, dass geteilte Aufmerksamkeit die Mechanismen des Langzeitgedächtnisses in viermonatigen Babys beeinflusst. Wir schließen daraus, dass geteilte Aufmerksamkeit Kindern in diesem jungen Alter hilft, die Relevanz gelernter Items zu erkennen.

Kopp, F., & Lindenberger, U. (2011). Social cues at encoding affect memory in four-month-old infants. Social Neuroscience. Advance online publication. doi: 10.1080/17470919.2011.631289