Mathematische Grundbildung
Erfassung von
mathematischer
Grundbildung im
internationalen
PISA-Projekt

Mathematische "Literacy" umfasst den Gebrauch von mathematischem Wissen und Können auf unterschiedlichen Ebenen - von der Ausführung mathematischer Standardverfahren bis zum einsichtsvollen mathematischen Denken. Mathematische "Literacy" erfordert darüber hinaus Kenntnisse vielfältiger Inhaltsbereiche der Mathematik sowie die Fähigkeit, diese Inhalte anzuwenden. Ideen wie Zufall, Veränderung und Wachstum, Raum und Form, Wahrscheinlichkeit und wechselseitige Abhängigkeiten von Größen sowie verständnisvolles Umgehen mit quantitativen Größen markieren den Bereich der Mathematik, der in PISA 2000 zugrunde gelegt wird. Die üblichen Gebiete des mathematischen Curriculums wie Algebra, Geometrie und Arithmetik sind darin eingebettet.

Im internationalen Teil von PISA werden in der Erfassung von mathematischer "Literacy" drei Dimensionen unterschieden:

Erstens mathematische Inhalte. Diese werden in erster Linie durch "Leitideen", die dem mathematischen Denken zugrunde liegen, bestimmt (z.B. Zufall, Veränderung und Wachstum, Raum und Form, quantitatives Denken, Ungewissheit, Abhängigkeit und Beziehungen) und nur in zweiter Linie durch die curricular definierten Bereiche Algebra, Arithmetik und Geometrie. Für OECD/PISA wurde ein Spektrum von zentralen Konzepten ausgewählt, das eher repräsentativ als umfassend sein sollte; dieses Spektrum wurde für den ersten Messzyklus – bei dem Mathematik Nebenkomponente ist – noch einmal reduziert, und zwar auf die zwei Leitideen Veränderung und Wachstum sowie Raum und Form. Diese beiden Bereiche erlauben einerseits eine weitgehende Berücksichtigung von Komponenten mathematischer Lehrpläne und beugen andererseits einer unangemessenen Verengung der Tests auf Rechenfertigkeiten vor.

Zweitens Prozesse der Mathematik. Diese werden durch solche allgemeinen mathematischen Fähigkeiten wie den verständigen Gebrauch mathematischer Sprechweisen, das Modellieren von Situationen und den verständigen Einsatz von Kenntnissen zum Lösen mathematischer Probleme bestimmt. Da man davon ausgeht, dass für die Lösung einer mathematischen Aufgabe immer ein Bündel von Fähigkeiten benötigt wird, ist es nicht das Ziel, diese in verschiedenen Aufgaben getrennt zu erfassen. Statt dessen werden die Fragen anhand der Anforderungen, die sie an das mathematische Denken stellen, drei sogenannten Kompetenzklassen zugeordnet: Zur ersten Kompetenzklasse gehören einfache Berechnungen und die Wiedergabe von Definitionen, wie sie in herkömmlichen Mathematiktests häufig vorkommen. In der zweiten Kompetenzklasse wird bereits verlangt, dass Querverbindungen hergestellt werden, um ansonsten einfache Aufgaben zu lösen. In der dritten Kompetenzklasse wird mathematisches Denken, Verallgemeinerung und Verstehen von Zusammenhängen erforderlich. Hier müssen Schülerinnen und Schüler die mathematischen Aspekte einer Situation erkennen und die entsprechende Problemstellung
eigenständig formulieren.

Drittens Situationen, in denen Mathematik angewendet wird. Die Rahmenkonzeption berücksichtigt fünf Situationen: persönliche, bildungsbezogene, berufliche, öffentliche und wissenschaftliche. Im Bereich Mathematik wird diese Dimension als weniger wichtig angesehen als die Dimensionen Prozess und Inhalt.

 

 

Weitere Informationen:

Weitere Informationen über mathematische Grundbildung, wie sie im internationalen Teil von PISA definiert und operationalisiert wird, finden sich in der Beschreibung der internationalen Rahmenkonzeption (PDF-Format, 407 KB, 89 Seiten).

Informationen über die Erfassung von Lesekompetenz.

Informationen über die Erfassung naturwissenschaftlicher Grundbildung.

 

 
       
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Update 10/05

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